Die Sache mit dem Dialekt

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Mannheim -  Über die Hälfte der Deutschen spricht einen Dialekt. Das finden laut einer Umfrage des Mannheimer Instituts für Deutsche Sprache rund ein Drittel aller Befragten sympathisch.

Einen mancherorts vielleicht vermuteten Zusammenhang zwischen dem Sprechen eines Dialekts und einem niedrigen Bildungsgrad bestätigt die Studie nicht. Trotzdem ist ein Dialekt im Beruf mitunter ein Handicap. Denn die Akzeptanz der regionalen Aussprache ist u. a. abhängig vom Sitz des Unternehmens und von der Aufgabe des jeweiligen Mitarbeiters.

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So ist der Vertriebsmitarbeiter in Oberbayern mit einem bayerischen Dialekt aller Wahrscheinlichkeit nach erfolgreicher als ein Kollege, den es aus der norddeutschen Tiefebene nach Süden verschlagen hat. Denn der Dialekt ist nicht nur ein Ausdruck der Heimatverbundenheit des Sprechers, sondern vermittelt bei geografischer Übereinstimmung von Ursprungs- und Verwendungsgebiet innerhalb der Gruppe von Dialektsprechern auch ein Wir-Gefühl und kann somit regional durchaus verkaufsfördernd wirken.

Ganz anders wirkt hingegen der Gebrauch von dialektalen Ausdrücken in der Schriftsprache, die im Gegensatz zur gesprochenen Sprache einem strengen Regelwerk von Rechtschreibung und Grammatik unterliegt. Der Sinn dieser sprachlichen Verbindlichkeiten ist es, eine Verständigung zwischen Absender und Empfänger über dialektale und regionale Grenzen hinweg sicherzustellen. Wird das Regelwerk jedoch ignoriert, indem der Schreiber z. B. Vokabular aus dem regionalen Wortschatz oder umgangssprachliche Formulierungen benutzt, so löst dies beim Leser in den meisten Fällen Irritationen hervor. Diese können von einem leichten Schmunzeln bis zu einem ernsthaften Stirnrunzeln reichen und im schlimmsten Falle zu einem bleibenden negativen Eindruck führen, den der Empfänger vom Absender gewinnt. Ein Bruch dieser verbindlichen Regeln ist also nicht unbedingt ratsam.

Aus der Erkenntnis heraus, welchen Einfluss dialektale Sprachfärbungen auf Gesprächsverläufe nehmen können, werden mittlerweile auch verstärkt Rhetorik- und Sprechseminare für etablierte Führungskräfte angeboten. Diese sollen so ihr sprachliches Selbstbewusstsein steigern und besser auf den Gesprächs- und Verhandlungspartner reagieren können.

Sogar Hochschulabsolventen können sich auf eine mündliche Kommunikation ohne zu starke Dialekteinfärbung trainieren lassen, um sprachliche Barrieren bei einem beruflichen Umzug z. B. vom Sächsischen ins Rheinländische frühzeitig zu erkennen und zu überwinden.

Etwas einfacher ist dies hingegen in der schriftlichen Kommunikation. Hier erkennen und kennzeichnen professionelle Korrekturlösungen wie der Duden-Korrektor auf Wunsch all jene Wörter, die nicht zur Standardsprache gehören, sondern der Umgangssprache entnommen sind oder nur eine regionale Verbreitung haben. Die Dudensoftware kann als Plug-in in die gängigen Office-Anwendungen integriert werden und so im beruflichen Schriftverkehr für eine dialektfreie Sprache sorgen. Darüber hinaus erkennt sie Grammatik- und Rechtschreibfehler, markiert zu lange Sätze, korrigiert fehlende Festabstände und sichert die Verständlichkeit der Texte.

Pressemeldung Bibliographisches Institut GmbH

Quelle: rosenheim24.de

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