Terre des Hommes gegen Auslandsadoption

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Seit der Erdbeben-Katastrophe auf Haiti hat die Organisation "Help a child" (im Bild deren Vorsitzende Beatrix Garnier-Merz) etwa 2000 Anfragen auf Auslandsadoptionen erhalten.

München - Die Kinderhilfsorganisation Terre des Hommes warnt trotz der verheerenden Folgen der Erdbeben in Chile und Haiti vor Auslandsadoptionen.

“Der Glaube, man müsse ein Kind nur aus der kritischen Situation herausholen und alles werde gut, geht an der Realität vorbei“, sagte Adoptions-Experte Bernd Wacker dem “Focus“. Eine Auslandsadoption bedeute für ein Kind eine “psychische Amputation“ und könne nur der letzte Ausweg sein. Die Kinder seien “bei Verwandten im Heimatland wahrscheinlich besser aufgehoben“.

Wenn ein von Gewalt oder Katastrophen traumatisiertes Kind zu einem Paar komme, dessen Motiv unerfüllter Kinderwunsch sei, träfen zwei Probleme aufeinander. “Das kann nur schief gehen“, sagte Wacker. Eine Adoption sei kein Verfahren zur Komplettierung kinderloser Paare.

Weltweit führend bei den Auslandsadoptionen sind laut dem Bericht die USA mit 13.000 Adoptionen ausländischer Kinder im Jahr 2009. In Deutschland sank die Zahl der Adoptionen 2008 auf 4.200 und damit auf den niedrigsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg. Fast die Hälfte der Adoptivkinder wurde dabei von einem neuen Partner eines Elternteils an Kindes statt angenommen.

apn

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