Lange Haft für Callboy

Tödliche Hammer-Attacke auf Freier

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Lübeck - Die Beziehung eines 73-jährigen Freiers mit einem Callboy endete tödlich. Mit einem Hammer erschlug der junge Mann seinen Kunden. Jetzt ist ein Urteil gefallen.

Er erschlug seinen 73 Jahre alten Freier mit einem Hammer, nun wurde ein Callboy in Lübeck dafür zu neun Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte vor dem Landgericht gestanden, den Mann im Dezember 2011 getötet und die Leiche im Auto des Opfers versteckt zu haben. Sie war erst im März gefunden worden, nachdem die Alarmanlage des in einer Tiefgarage abgestellten Wagens losging.

„Das Motiv ist in dem Prozess weitgehend im Dunkeln geblieben“, sagte der Vorsitzende der I. Großen Strafkammer, Christian Singelmann, in der Urteilsbegründung. Das vom Angeklagten genannte Motiv, der 73-Jährige habe ihn zwölf Jahre zuvor vergewaltigt, sei eine der Lügengeschichten, die der 24-Jährige dem Gericht aufgetischt habe, sagte Singelmann. Dieser Hang zur Unwahrheit hatte den gesamten Prozess und das bisherige Leben des Angeklagten durchzogen.

Der Callboy hatte seinen Kunden einen falschen Namen und ein falsches Alter genannt, seinen Lebensgefährten hatte er ebenso belogen wie seine Eltern. Der Mann hatte im Internet seine Dienste angeboten und so auch sein späteres Opfer kennengelernt. Bei einem Treffen am 26. Dezember 2011 auf einem Parkplatz in Oststeinbek bei Hamburg war es zum Streit gekommen. Der 73-Jährige habe ihn bedrängt, da habe er zu einem Hammer gegriffen, der zufällig in seinem Auto lag, und zugeschlagen, hatte der Angeklagte ausgesagt.

„Was dann geschah, hatte das Zeug zu einem schlechten Krimi“, stellte Singelmann fest. Denn um die Leiche loszuwerden, versuchte der Angeklagte, sie zu vergraben, zu verbrennen und zu zersägen. Als das alles nicht klappte, packte er den Toten in den Kofferraum des Autos seines Opfers, das er in einer Tiefgarage parkte. Erst Wochen später wurde die Leiche durch Zufall entdeckt. Duch einen technischen Defekt war die Alarmanlage des Autos losgegangen. Von dem Lärm genervte Anwohner hatten die Polizei gerufen.

Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte eine Haftstrafe zwischen sieben und acht Jahren gefordert.

dpa

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