U-Bahnschlägerinnen aus schwierigen Verhältnissen

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Drei junge Frauen hatten an der U-Bahn-Station Zeilweig einen 51-jährigen Mann aus dem Zug gestoßen.

Frankfurt/Main - Die drei jungen Frauen, die in einer Frankfurter U-Bahn einen Mann schwer verletzt haben, kommen aus schwierigen Familienverhältnissen.

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Die 17- und 19-Jährigen hätten ähnliche Lebensläufe: “Aus der Schule geflogen, Ausbildung abgebrochen, Heimaufenthalt“, sagte Doris Möller-Scheu, Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, am Freitag. “Das ganze Programm - wie Jungs.“ Alle drei standen schon im Februar in Frankfurt vor Gericht und wurden wegen Körperverletzung und Diebstahls verurteilt. Am Mittwochabend hatte das Trio in Frankfurt einen 51-Jährigen aus der U-Bahn gestoßen und ihn mit Tritten gegen Kopf und Oberkörper schwer verletzt.

Der 51-Jährige hatte in der U-Bahn einem anderen Fahrgast beigestanden, der eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen den Frauen schlichten wollte. Ähnliche Fälle von Gewalt hatten in den vergangenen Tagen und Wochen für Empörung gesorgt.

Die 17-Jährige, die in Untersuchungshaft sitzt, stammt laut Staatsanwaltschaft aus einer türkischen Familie in Heidelberg und hat derzeit keinen festen Wohnsitz. In den Vernehmungen schweige die 17- Jährige. Die beiden anderen, 17 und 19 Jahre alte Deutsche, seien Cousinen und stammten aus Frankfurt, sagte Möller-Scheu.

In dem Prozess vom Februar war die 19-Jährige zu zwei Jahren und drei Monaten Jugendstrafe verurteilt worden, das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. Im selben Verfahren erhielt die nun Inhaftierte vier Wochen Dauerarrest in einer Jugendarrestanstalt, die andere 17- Jährige wurde verwarnt und muss 400 Euro Schmerzensgeld an einen Polizisten zahlen, den sie verletzt hatte.

Nach dem Vorfall vom Mittwochabend war erneut über die Sicherheit im öffentlichen Verkehr diskutiert worden. Um das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu erhöhen, lässt der Rhein-Main-Verkehrsverbund uniformierte Polizisten in den Zügen mitfahren, außerdem gibt es eigenes Sicherheitspersonal.

Erst am vergangenen Samstag war in Bayern ein Mann, der einen Streit zwischen Jugendlichen schlichten wollte, zusammengeschlagen worden. Am Dienstag griffen zwei jugendliche Schläger ein Pärchen in der Münchner U-Bahn an - ein 21-jähriger Student wurde verletzt. Vor knapp einem Monat war in München der Geschäftsmann Dominik Brunner am S-Bahnhof Solln totgeprügelt worden. Brunner hatte sich schützend vor vier Teenager gestellt, die von Heranwachsenden bedroht worden waren.

dpa

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