Urteil im Mordprozess gegen Hells Angels erwartet

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Die Polizei untersucht den Gerichtssaal vor dem Mordprozess gegen zwei Hells Angels.

Kaiserslautern - Am Dienstag soll das Urteil im Mordprozess gegen zwei Hells Angels gesprochen werden. Die Polizei bereitet sich auf Unruhen vor und sperrt das Justizgebäude ab.

Vor dem Urteil im Mordprozess gegen zwei Mitglieder des Rockerclubs Hells Angels ist das Justizgebäude in Kaiserslautern weiträumig abgesperrt worden. Bisher sei alles ruhig, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen auf DAPD-Anfrage. Es befänden sich einige Rocker in der Stadt. Eine Zahl wollte er nicht nennen, Augenzeugen sprachen von etwa 400. Jedenfalls seien es bedeutend weniger als beim Prozessauftakt, sagte der Polizeisprecher. Die Beamten hielten beide Gruppen voneinander getrennt.

Bei dem Prozess vor dem Kaiserslauterer Landgericht geht es um die tödliche Attacke auf einen Regionalchef des mit den Hells Angels rivalisierenden Clubs Outlaws im Donnersbergkreis. Am 26. Juni 2009 hatten drei Hells Angels den 45-jährigen Motorradfahrer mit dem Auto verfolgt und gestoppt. Einer soll dann mit einem Schlagstock auf den Mann eingeprügelt haben. Ein weiterer stach ihm laut Staatsanwaltschaft mit einem Messer sieben Mal in den Rücken und in die Seite. Das Opfer starb wenige Stunden später in einer Klinik.

Angeklagt sind ein 29-Jähriger aus Mannheim und ein 43-Jähriger Maschinenschlosser aus Rockenhausen. Letzterer wollte sich eigenen Angaben zufolge dafür rächen, dass er drei Tage zuvor in Bad Kreuznach von einem Outlaw verprügelt worden war. Der Attacke auf den Motorradfahrer will er aber nur zugesehen haben. Nach der Tat hatte er sich der Polizei gestellt und als Kronzeuge ausgesagt. Die Staatsanwaltschaft hat für ihn zwölf Jahre Gefängnis gefordert und für den 29-jährigen Mannheimer eine lebenslange Haftstrafe. Ein dritter Tatverdächtiger, ein 27-Jähriger, der die tödlichen Stiche abgegeben haben soll, ist noch auf der Flucht. Der Verteidiger des 43-Jährigen beantragte eine Haftstrafe von höchstens drei Jahren. Der Anwalt des 29-Jährigen forderte Freispruch. Er sagte, allenfalls käme eine Verurteilung wegen Beihilfe zu gefährlichem Raub in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung infrage.

DAPD

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