Baby Drama - Staatsanwalt ermittelt

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Mainz - Die neun Säuglinge, die am Wochenende verschmutzte Infusionen erhalten hatten, haben die Nacht überlebt. Zwei Babys waren zuvor gestorben. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Es gehe um den Vorwurf der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Klaus-Peter Mieth am Montag in Mainz. Insgesamt hatten elf Kinder am Wochenende mit Darmbakterien verschmutzte Flüssignahrung erhalten. Neun wurden am Montag noch behandelt. Vor allem eines der Kinder sei weiter in sehr kritischem Zustand, sagte eine Sprecherin der Klinik. Die Polizei hatte am Sonntag eine Sonderkommission für die Ermittlungen eingerichtet.

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Die Ärzte auf der Intensivstation der Universitätsklinik Mainz kümmern sich weiter um neun Säuglinge, die am Wochenende verschmutzte Infusionen erhalten hatten. Alle Kinder hätten dieNacht überlebt, sagte eine Sprecherin der Universitätsmedizin. Am Montag war noch einer der neun mit verunreinigten Infusionen behandelten Säuglinge in akuter Lebensgefahr. Den anderen acht Babys geht es inzwischen besser, wie der Leiter der Kinderklinik, Fred Zepp, im ZDF-Morgenmagazin berichtete.

Am Sonntagabend hatte die Krankenhausleitung erklärt, dass sich noch fünf der insgesamt neun weiteren betroffenen Babys in kritischem Zustand befinden. Nach Angaben Zepps haben sich aber vier davon im Laufe der Nacht deutlich erholt. Schlecht gehe es aber einem Frühgeborenen, dessen Zustand sich nicht gebessert habe. Hier müsse noch mit dem Schlimmsten gerechnet werden.

Nach dem Tod der beiden Säuglinge vom Samstag hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung eingeleitet. Das Mainzer Polizeipräsidium bildete eine Sonderkommission. Wie der Medizinprofessor Zepp im ZDF sagte, ist bislang noch nicht klar, ob die Verunreinigung der Infusionslösungen mit Bakterien in der Klinik entstanden ist oder bereits in den von außen angelieferten Grundsubstanzen vorhanden war. Hierzu müsse das Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen abgewartet werden. Dies werde wahrscheinlich noch einige Tage dauern, sagte er.

Noch im Laufe des Montags erwarte die Klinik aber die Ergebnisse mikrobiologischer Untersuchungen, erklärte Zepp. Ob es personelle Konsequenzen an der Mainzer Uniklinik geben werde, könne er noch nicht sagen. Ziel aller Bemühungen müsse sein, die Prozesse noch sicherer zu machen.

dapd/dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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