Vierfach-Mord in Eislingen: Sohn gesteht

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Vier Menschen wurden damals kaltblütig ermordet. Der Sohn der Familie hat nun die Beteiligung an der Tat gestanden.

Ulm - Im Prozess um den Vierfachmord von Eislingen hat der angeklagte Sohn der Familie am Mittwoch ein umfassendes Geständnis abgelegt.

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Andreas H. erklärte nach Angaben seines Anwalts vor dem Landgericht Ulm, dass sein mitangeklagter Schulfreund Frederik B. die tödlichen Schüsse auf die Familienmitglieder abgegeben hat. Die Vernehmung des 19-Jährigen dauerte bis zum frühen Abend. Am kommenden Dienstag soll die Verhandlung mit Zeugenvernehmungen fortgesetzt werden. H. hatte nach Worten seines Anwalts bereits am vorangegangenen Verhandlungstag die ihm und dem mitangeklagten Schulfreund vorgeworfenen Einbrüche gestanden. Er hatte auch zugegeben, zusammen mit B. des öfteren mit einigen der gestohlenen Waffen im Wald auf Gegenstände geschossen zu haben.

Wie das Gericht mitgeteilt hatte, äußerte sich H. auch über seine Sicht der Beziehung zu Frederik B.. Eine “homosexuelle Komponente“ bestehe dem Gericht zufolge demnach nicht. Das Gericht erklärte am Mittwoch, es gebe nach wie vor deutliche Unterschiede zwischen den Aussagen von Andreas H. und Frederik B. Auch zur Motivlage sei H. ausführlich befragt worden. Die Bewertung müsse jedoch “der weiteren Beweisaufnahme vorbehalten bleiben“, hieß es dazu in einer Erklärung des Gerichts.

Einbrüche in eine Schule und in einen Supermarkt

Im Sommer 2007 waren die beiden Angeklagten laut Staatsanwaltschaft in eine Schule in Eislingen eingebrochen und hatten einen Computer und einen Beamer entwendet. Ferner seien sie zweimal in ein Vereinsheim und im Herbst 2008 in einen Supermarkt eingebrochen. In dem Discounter stahlen sie laut Anklage einige hundert Euro sowie Alkohol. Laut früheren Angaben des Gerichts hatte Frederik B. ausgesagt, dass Andreas H. sich in seiner Familie nicht wohlgefühlt und bereits 2008 daran gedacht habe, seine Eltern und seine zwei Schwestern zu töten.

Die beiden jungen Männer sollen laut Anklage die vier in der Nacht zum Karfreitag dieses Jahres aus Habgier erschossen haben. Die Tatwaffen stammten nach Angaben von Frederik B. aus einem Einbruch in ein Vereinsheim der Schützengilde Eislingen. Der 57-jährige Heilpraktiker Hansjürgen H. und seine 55-jährige Frau Else sowie deren 22 und 24 Jahre alten Töchter waren am 9. April dieses Jahres in ihrem Wohnhaus ermordet worden. Laut Anklage wollte Andreas H. zu Hause ausziehen und das Vermögen seiner Eltern - 256.000 Euro - erben und seinen Freund beteiligen.

AP

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