Warnung vor Loverboy-Zuhältern - Gefahr für Mädchen

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Heidelberg - Sie täuschen jungen Mädchen ihre Liebe vor und zwingen sie dann zur Prostitution: Loverboys. Eine Expertin warnt nun vor deren Machenschaften.

Die Kriminalexpertin Bärbel Kannemann warnte nun vor den Männern, die sich vor allem via Internet an junge Mädchen heranmachten. Jedes Mädchen könne zum Opfer werden, sagte die Vertreterin der niederländischen Stiftung StopLoverboysNU am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur.

Manche Mädchen suchten in bestimmten Internetforen Zärtlichkeit und Geborgenheit, und genau dies versprächen die Männer, erklärte Kannemann. Nach der Kontaktaufnahme komme es zu ersten Treffen an scheinbar sicheren Orten wie Eisdielen oder Schnellrestaurants, bis die Mädchen zu den Männern ins Auto stiegen und an abgelegenen Orten erstmals vergewaltigt würden - von dem Mann selbst oder von dessen Freunden, sagte Kannemann dem Sender.

Die betroffenen Mädchen lebten weiter in ihrem Umfeld und gingen weiter zur Schule, teilweise kämen die Loverboys sogar zu den Familien nach Hause. Die Mädchen würden sich auch aus Schamgefühl nicht wehren, und weil sie erpresst würden.

Anders als in den Niederlanden gebe es in Deutschland noch eine hohe Hemmschwelle, über das Problem zu reden. “Für Eltern ist es erstmal schwierig, Anzeichen zu erkennen, wenn sie das Problem nicht kennen“, sagte die frühere Kriminalbeamtin.

Ein Hinweis könne es sein, wenn mehrere Anzeichen zusammenträfen, - “zum Beispiel, wenn die Mädchen ihren Kleidungsstil verändern, dass sie stärker geschminkt sind, dass es viele Fehlzeiten in der Schule gibt, dass die Mädchen sich ritzen, sich selbst verletzen, dass sie auch im Sommer mit langärmeligen Blusen oder T-Shirts herumlaufen, um die blauen Flecken zu verdecken“, erklärte sie.

Ansprechpartner seien in solchen Fällen Jugendämter und Beratungsstellen der Polizei, sagte Kannemann. In Deutschland biete ihre Stiftung Vorträge an Schulen und leiste Informationsarbeit, in den Niederlanden gebe es bereits eine enge Zusammenarbeit mit Polizei und Jugendämtern. Über die Problematik wollte Kannemann auch am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung in Heidelberg berichten.

dpa

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