Wegen Haiti-Erdbeben: Handwerk stoppt Werbespot

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In dem Werbefilm mit dem Titel “Was wäre die Welt ohne das Handwerk“ gerät Berlin völlig aus den Fugen: Häuser, Autos und U-Bahnstation zerbröseln zu Staub.

Osnabrück - Der Zentralverband des deutschen Handwerks hat seine Imagekampagne gestoppt. In dem Werbespot zerfällt Berlin zu Staub. Zuschauer haben vor dem Hintergrund des Haiti-Erdbebens dagegen protestiert.

Wie die “Neue Osnabrücker Zeitung“ (Mittwochausgabe) berichtet, ließ das Präsidium des Verbands einen erst am Samstag erstmals im Fernsehen und in Kinos ausgestrahlten Werbespot vom Markt nehmen. Grund seien negative Reaktionen von TV-Zuschauern gewesen, die den Spot im Anschluss an die Fernsehnachrichten aus dem Katastrophengebiet als geschmacklos empfunden hätten.

Bilden Sie sich selbst eine Meinung: Sehen Sie hier den Werbe-Spot auf youtube.

In dem Werbefilm mit dem Titel “Was wäre die Welt ohne das Handwerk“ gerät Berlin völlig aus den Fugen: Häuser, Autos und U-Bahnstation zerbröseln zu Staub. In wenigen Sekunden wird in demSpot die Zivilisation in die Steinzeit zurückkatapultiert, wie die Zeitung schreibt. Einige Zuschauer hätten den Werbefilm mit den Bildern aus dem Katastrophengebiet in Verbindung gebracht. Um die seit mehr als einem Jahr geplante Kampagne nicht zu beschädigen, werde der TV-Spot ausgesetzt und in den kommenden vier Wochen nicht mehr ausgestrahlt, zitiert die Zeitung aus Kreisen des Verbandes.

Die Kampagne, in die der Zentralverband in Berlin insgesamt 50 Millionen Euro stecken wollte, sollte demnach vor allem Jugendliche für das Handwerk begeistern. Der Fall erinnert an die Entscheidung deutscher Radiosender Ende 2004, die angesichts des Tsunamis in Asien den damaligen Radiohit “Perfekte Welle“ der Popgruppe Juli aus dem Programm nahmen.

apn

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