Wegen Haiti: Handwerk stoppt diesen TV-Spot

Berlin - Das deutsche Handwerk hat einen TV- und Kinospot vorerst gestoppt. Der Film zeigt ein Katastrophen-Szenario, dass viele Zuschauer im Zusammenhang mit Haitis Erdbebenkatastrophe kritisierten.

Autos fallen auseinander, Tapeten hängen in Fetzen von den Wänden, Fassaden bröckeln, Gebäude stürzen in sich zusammen – ein Katastrophen-Szenario würde sich zeigen, gäbe es das Handwerk nicht. Mit diesen Bildern, die Inhalt eines neuen Werbefilms sind, wollte das Handwerk auf sich aufmerksam machen, seine Bedeutung hervorkehren. Jetzt setzt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) den Spot auf unbestimmte Zeit aus. Zu viele Zuschauer hätten kritisiert, dass der Film Assoziationen zur Erdbebenkatastrophe in Haiti wecke.

Sehen Sie hier den TV-Spot

„Der TV-Spot zur Imagekampagne soll zeigen, dass unsere moderne Zivilisation ohne handwerkliche Leistungen nicht denkbar ist. Niemand konnte voraussehen, dass die aktuelle Entwicklung Anlass gibt, dass die spielerischen Elemente des Films nun mit den schrecklichen Nachrichtenbildern aus dem Erdbebengebiet Haiti verbunden werden“, sagte Heinrich Traublinger, Präsident des Bayerischen Handwerkstages, gestern gegenüber dem Münchner Merkur.

Vergangene Woche bei der Vorstellung der 50 Millionen Euro teuren Image-Kampagne hatte man diesbezüglich keinerlei Bedenken. „Einen Bezug zu Haiti können wir nicht herstellen. Wir halten am Ausstrahlungstermin fest“, hieß es damals – zwei Tage nach dem Erdbeben – aus dem Berliner Kampagnenbüro auf Nachfrage des Münchner Merkur.

Beauftragt hat der ZDH die renommierte Berliner Agentur Scholz & Friends, die in der Vergangenheit auch die bekannte Baden-Württemberg-Kampagne – „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ – kreiert hatte.

Stefanie Backs

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