Geschenke: Gibt es Recht auf Umtausch?

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Millionen von Geschenken werden in diesen Tagen wieder umgetauscht.

München - Morgen stürzen sich Millionen Bundesbürger mit ihren ungeliebten Geschenken in den Umtausch-Trubel und gehen einfach davon aus, dass sie die einfach wieder zurückbringen können. Ein Ammenmärchen.

Ein allgemeines Recht auf Umtausch gibt es nicht. Gekauft ist gekauft - so sieht die Rechtslage aus. Nur im Versandhandel und beim Internet-Shopping können sich Kunden auf ein gesetzlich garantiertes Rückgaberecht von 14 Tagen verlassen. Auch bei fehlerhafter Ware ist die Rechtslage klar abgesteckt. Nimmt ein Geschäft einwandfreie Ware anstandslos zurück, geschieht das freiwillig und aus reiner Kulanz, wie Markus Saller von der Verbraucherzentrale Bayern betont.

Vor allem Kaufhäuser und Modeketten sind großzügig, wenn es um den Umtausch gegen Bares geht. Das können Kunden aber nicht automatisch verlangen. Aufregen bringt nichts: Wer die Vorgaben des Verkäufers nicht akzeptiert, bleibt auf der Ware sitzen. Hier die wichtigsten Spielregeln für den Weihnachtsumtausch: Wann ist ein Umtausch unproblematisch? Wenn Ware noch weitgehend originalverpackt zurückgebracht wird. Dann tauschen viele Händler problemlos gegen Bargeld um.

Gute Chancen auf Rückgabe hat man bei Büchern, Kleidung oder Elektrogeräten. Unabdingbar ist in der Regel der Kassenbon oder auch das Preisetikett. Fehlt beides, zeigen sich Händler womöglich auch dann kulant, wenn der Kunde einen Zahlungsnachweis per Kontoauszug oder Kreditkartenabrechnung vorlegt.

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Gibt es eine Umtauschfrist? Nein. Es ist allerdings ratsam, Ungewolltes nach den Feiertagen so bald wie möglich zurückzutragen. Wer zu lange wartet, mindert seine Rückgabechancen. Ausnahme: Hat ein Unternehmen mit langen Umtauschfristen von bis zu 3 Monaten geworben, darf der Kunde darauf pochen. Müssen Gutscheine akzeptiert werden? Will der Kunde ein Präsent loswerden: Ja. Ist der Händler kulant, kann er den Umtausch abwickeln wie er will. Immer mehr Geschäfte tendieren neuerdings dazu, Gutscheine statt Barem auszugeben. Oft wird auch eine Rückgabefrist vorgeschrieben oder die Originalverpackung verlangt. Aber: War die Rückgabemöglichkeit vorher auf der Quittung schriftlich vereinbart, muss der Kaufpreis in jedem Fall in bar zurückgezahlt werden

Die Hit-Liste der unbeliebtesten WeihnachtsgeschenkeWann wird der Umtausch schwierig? Wenn es um Kosmetika oder Lebensmittel geht. Cremes, Parfüm, Nagellack oder Genussmittel wie Wein werden aus hygienischen Gründen meist abgelehnt. Selbst dann, wenn sie noch originalverpackt sind. Auch Sonderangebote und Reduziertes sind meist vom Umtausch ausgenommen. Das gilt häufig auch für benutzte oder nicht mehr einwandfrei verpackte Ware.

Was, wenn das Geschenk kaputt ist? Dann ist es kein Umtausch, sondern eine Reklamation. Dafür gibt es eine gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren. Der Kunde muss sich dann auch nicht auf die Originalverpackung festnageln oder mit einem Gutschein abspeisen lassen. Der Händler hat zwei Anläufe zur “Nacherfüllung“. Klappt die Reparatur zwei Mal nicht, darf der Kunde vom Vertrag zurücktreten: Ware zurück, Geld zurück.

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Wie gibt man Versand- und Onlinebestellungen zurück? Bis zu 14 Tage nach Lieferung kann der Käufer die Bestellung ohne Angabe von Gründen rückgängig machen. Er kriegt dann auch sein Geld zurück. Aber aufgepasst: Umtauschwillige müssen sich sputen. Jeder Tag zählt, Wochenende oder Feiertage verlängern die 14-Tage-Frist nicht. Ausnahme: Gibt der Online-Händler keine Widerrufsbelehrung, kann man unbefristet zurücktreten.

Was gilt es beim Online-Umtausch zu beachten? Umtauschen muss immer der, der auch online gekauft und bezahlt hat. Beschenkte müssen den Schenker also um Rückabwicklung bitten. Dazu kommt: Der Besteller muss bei einem Warenwert von unter 40 Euro meist auch noch für die Rücksendekosten aufkommen. Über dieser Grenze fällt das Rückporto nur dann an, wenn die Rechnung für die Ware noch nicht bezahlt ist.

Wann gibt es auch online Probleme? Keine Rückgabechance gibt es für Software, CDs sowie DVDs, die kein intaktes Siegel mehr haben. Wer mit einer geschenkten CD nichts anfangen kann, sollte sie also gar nicht erst auspacken.#

apd

Quelle: rosenheim24.de

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