Weiterer Pfusch bei Kölner U-Bahn entdeckt

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Die Baustelle der U-Bahn in Köln.

Köln - Beim Bau der Kölner U-Bahn sind weitere Verstöße gegen Vorschriften ans Licht gekommen.

Die Aufzeichnungen über die aus dem Erdreich abgepumpten Sandanteile seien nicht gemäß den geltenden Regeln durchgeführt worden, bestätigte eine Sprecherin des NRW-Bauministeriums am Dienstag einen Bericht des “Kölner Stadt- Anzeigers“ (Mittwoch). Dem Zeitungsbericht zufolge hat es diese “inhaltlich unbefriedigenden“ Aufzeichnungen bei den “Sandmengenmessungen“ auch an der Baugrube Waidmarkt gegeben, wo vor einem Jahr das Stadtarchiv eingestürzt ist.

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Ob es sich bei den Unregelmäßigkeiten in den Aufzeichnungen um Fälschungen handele, könne nicht gesagt werden, betonte die Sprecherin. Beim Kölner U-Bahn-Bau deutet inzwischen vieles darauf hin, dass an mehreren Baustellen vorgesehene Befestigungsanker nicht oder falsch eingebaut wurden. Die zugehörigen Bauprotokolle wurden vermutlich anschließend gefälscht. Bauminister Lutz Lienenkämper (CDU) geht inzwischen davon aus, dass es sich um ein “massives kriminelles Verhalten mehrerer beteiligter Personen“ handeln muss. Er will den Bauausschuss des Landtags am Donnerstag über den Stand der Untersuchungen informieren.

An der gefährdeten Baustelle Heumarkt hat sich die Lage entspannt. Die Betonierung einer Zwischendecke zur Stabilisierung der Grube stehe nicht mehr unter dem Druck eines steigenden Grundwasserpegels, teilten Stadt und Verkehrsbetriebe mit. Seit dem frühen Dienstagmorgen sei das Grundwasser nicht gestiegen. Da der Rheinpegel deutlich gefallen sei, erwarte die Hochwasserschutzzentrale auch einen Rückgang des Grundwasserstands.

Ursprünglich sollte die Baugrube geflutet werden, um sie gegen das steigende Grundwasser zu stabilisieren. Die jetzt eingezogene Zwischendecke soll die Baugrube auch gegen größeres Hochwasser absichern. Die Betonarbeiten sollen voraussichtlich bis Mittwochmorgen dauern.

dpa

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