Weniger Drogentote in Deutschland

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Die Zahl der Drogentoten ist gesunken.

Berlin - Erstmals seit drei Jahren ist die Zahl der Drogentoten in Deutschland gesunken. Dies geht aus einem aktuellen Bericht hervor, den die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), am Donnerstag in Berlin vorstellte.

Als Grund nannte Dyckmans erfolgreiche Vorsorge- und Hilfsangebote für Abhängige. Gleichzeitig warnte sie davor, nun “die Hände in den Schoß zu legen“ und forderte, die Aufklärungsarbeit bei Jugendlichen zu verstärken, um Rauschgiftsucht von Anfang an zu verhindern. Im Jahr 2009 kamen 1.331 Menschen durch den Konsum illegaler Drogen ums Leben. Dies entspricht einem Rückgang um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Zugleich ist der Anteil der Todesfälle wegen gesundheitlicher Langzeitschäden seit 2006 von elf auf rund 20 Prozent gestiegen. Mit rund 85 Prozent war die Mehrzahl der Drogentoten männlich. Die meisten Opfer gab es 2009 in Nordrhein-Westfalen (344), Bayern (250) und Berlin (155).

Heroin kommt meist aus Afghanistan

Die Zahl der polizeilich aufgefallenen Erstkonsumenten harter Drogen sank um etwa sechs Prozent auf 18.139. Insgesamt sei dies aber weiter ein hohes Niveau, sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke. Auffällig sei der zunehmende Amphetamin-Konsum, der im achten Jahr in Folge gestiegen ist und 2009 mit 1.383 auffälligen Erstkonsumenten einen neuen Höchststand erreichte. Ein möglicher Grund ist laut Ziercke, “dass Amphetamine in der Szene vermeintlich als besonders reine Drogen angesehen werden“. Die meisten Heroinlieferungen kommen nach BKA-Angaben weiterhin aus Afghanistan nach Deutschland, das hier gehandelte Kokain stammt meist aus Südamerika.

Beim Schmuggel gewinnen Seehäfen in Ost- und Südosteuropa an Bedeutung, wie Ziercke berichtete. Dies zeige, “dass der Hebel zur Bekämpfung der Drogenkriminalität nach wie vor in den Herkunftsländern anzusetzen ist“. Der BKA-Chef kündigte einen verstärkte polizeiliche Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern an.

dapd

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