Wetter im Mai mies wie lange nicht

+
Dunkle Regenwolken gab es im Mai zu oft.

Frankfurt/Main - Von wegen Wonnemonat: Mit viel zu viel Regen und extrem wenig Sonnenschein, hat der Mai im Jahr 2010 vielerorts einen Negativrekord aufgestellt.

Die Sonnenscheindauer war in vielen Orten so gering wie noch nie zuvor seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in den 50er Jahren. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach drückt es so aus: An zahlreichen Messstellen des DWD wurden neue Negativrekorde aufgestellt. In Deutschland wurden mit etwa 118 Sonnenscheinstunden nur rund 60 Prozent des Durchschnitts von 196 Stunden erreicht.

Ähnlich düster sah der Mai in den Jahren 1983 und 1984 aus. Allerdings gibt es im laufenden Monat auch Ausnahmen: An Messstellen im Norden wurde das Monatssoll an Sonnenschein sogar leicht überschritten. Norderney meldete mit etwa 241 Sonnenstunden den bundesweit höchsten Wert. Am wenigsten Sonne hatten Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Mit 10,5 Grad lag die durchschnittliche Temperatur im Mai bundesweit um 1,6 Grad unter dem vieljährigen Klimawert von 12,1 Grad. So kalt war es im Mai seit 1991 nicht mehr. Nach dem zu trockenen April überbot der Mai mit etwa 104 Litern pro Quadratmeter sein Soll von 71 Litern um 46 Prozent. Besonders viel regnete es vor allem in den östlichen Bundesländern und in Teilen Bayerns und Baden-Württembergs. 

Die Daten für die einzelnen Länder

Mit 9,7 Grad (Soll: 11,5) wurde in Schleswig-Holstein der bundesweit tiefste Wert gemessen. Aber mit 176 Stunden (223 Stunden) ist es das sonnenscheinreichste Bundesland. Die Niederschlagsmenge liegt bei 69 Litern (Soll: 53).

Hamburg: 10,0 Grad (Soll 12,4), 86 Liter (58), 146 Stunden (213 Stunden) Sonne.

Niedersachsen: 10,1 Grad (12,3), 79 Liter (61), 143 Stunden Sonne (202).

Bremen war das “trockenste“ Bundesland mit 55 Litern (60), 169 Stunden Sonne (205), Durchschnittstemperatur 10,1 Grad (12,4).

Mecklenburg-Vorpommern: 10,2 Grad (11,9), 94 Liter (51), 131 Stunden Sonne (236).

Berlin registrierte mit 11,6 Grad (13,6) bundesweit das höchste Temperaturmittel, 98 Liter Regen (54), 101 Stunden Sonne (226).

Brandenburg: 11,3 Grad (13,1), 106 Liter Regen (54), 113 Stunden Sonne (224).

Sachsen-Anhalt: 10,7 Grad (12,8). Es war dort so nass wie in keinem anderen Bundesland: 129 Liter (52) wurden gemessen. Die Sonne schien nur 116 Stunden (206).

Sachsen: 11,0 Grad (12,3), 112 Liter (67), rund 100 Stunden (201) Sonne - so wenig wie in keinem anderen Bundesland.

Thüringen: 10,3 Grad (11,7), 112 Liter (66), 112 Stunden Sonne (196).

Nordrhein-Westfalen: 10,3 Grad (12,4), 78 Liter Regen (72), 135 Stunden Sonne (190).

Hessen: 10,5 Grad (12,1), 100 Liter (71), 123 Stunden Sonne (194).

Rheinland-Pfalz: 10,7 Grad (12,2), 91 Litern (70), 137 Stunden Sonne (191).

Saarland: 11,2 Grad (12,5), 109 Liter (79), 138 Stunden Sonne (199).

Baden-Württemberg: 10,8 Grad (11,9), am 25. Mai wurde in Emmendingen-Mundingen nördlich von Freiburg 30,2 Grad und damit die bundesweit höchste Temperatur des Monats registriert. Regenmenge: 127 Liter (96), Sonnenscheindauer: 118 Stunden (189).

Bayern: 10,8 Grad (11,7), 125 Liter (90), dabei fiel in Garmisch-Partenkirchen mit über 200 Litern (131) die höchste Niederschlagsmenge in Deutschland. Sonnenscheindauer: 110 Stunden (194).

dapd

Zurück zur Übersicht: Deutschland

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser