Wohlfahrtsverband: Hartz IV ist gescheitert

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Schneider: "Wer in Hartz IV ist, ist in der Perspektivlosigkeit"

Erfurt - Fünf Jahre nach der Einführung von Hartz IV sieht der Paritätische Wohlfahrtsverband die Reform als gescheitert an.

Mit der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe sei es nicht gelungen, die Zahl der Betroffenen spürbar zu reduzieren, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Ulrich Schneider, der “Thüringer Allgemeinen“ (Montag). Nach einer Analyse des Verbandes, die der Zeitung vorliegt, gab es im April 2009 rund 4,93 Millionen erwerbsfähige Hilfebedürftige. Im September 2005 waren es etwa 5,15 Millionen. Der Verband fordert umfassende Nachbesserungen.

“Wer in Hartz IV ist, ist in der Perspektivlosigkeit. Das ist das Fazit, das man ziehen muss“, sagte Schneider der Zeitung. Fast die Hälfte der Betroffenen beziehe die Leistung drei Jahre und länger. Die Vermittlungsbemühungen der Behörden seien immer noch unabgestimmt und chaotisch. Die Zahl der Kinder mit Hartz IV sei von 1,78 im Jahr 2005 auf 1,74 Millionen nur unwesentlich gesunken. Die Zahl der Aufstocker, die neben ihrem Lohn auf Grundsicherung vom Staat angewiesen sind, sei dagegen seit 2007 sogar von 1,28 auf 1,31 Millionen gestiegen.

Am Montag (21.12.) will der Verband laut “Thüringer Allgemeine“ unter www.5jahre-hartz4.de eine Internet-Plattform freischalten, auf der über die Hartz-Reform und ihre Folgen informiert werden soll. Die Politik müsse für eine umfassende Arbeitsmarktreform sorgen, weil 2010 viele Menschen in Harzt IV geraten konnte, forderte Schneider. Hartz IV habe auch deshalb scheitern müssen, weil der erste Arbeitsmarkt nicht genügend Jobs biete. “Es wurde eine Brücke gebaut, die ins Nichts führte.“

dpa

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