Wohnhaus brennt: Vier Tote

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Vier Menschen sind bei dem Brand in Bohmte ums Leben gekommen. Auch ein Feuerwehrmann wurde bei den Lösch- und Rettungsarbeiten verletzt (Archivbild).

Bohmte - Bei einem Brand in einem Wohnheim für Suchtkranke sind am Sonntagabend im niedersächsischen Bohmte bei Osnabrück vier Bewohner ums Leben gekommen.

Bei einem verheerenden Brand in einem Haus für Sucht- und psychisch Kranke in Bohmte bei Osnabrück sind vier Bewohner ums Leben gekommen. Nach Polizeiangaben brach das Feuer am Sonntag, 20. Juni, gegen 18.15 Uhr aus. Zwei Männer im Alter von 71 Jahren, ein 63-jähriger Mann und eine noch nicht identifizierte Person fielen ihm zum Opfer. Der Brand sei vermutlich im ersten Stock ausgebrochen, sagte ein Polizeisprecher. Die Ursache sei bislang unklar.

Einen Mann barg die Feuerwehr noch lebend aus den Flammen. Der 63-Jährige erlag aber bereits im Rettungswagen seinen schweren Verbrennungen. Ihm Haus fand die Feuerwehr später drei weitere Opfer. Zwei 71-jährige Männer konnten identifiziert werden. Die dritte Person war den Angaben zufolge bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Insgesamt befanden sich bei Ausbruch des Brandes neun der elf Bewohner und zudem zwei Besucher in dem zweistöckigen Gebäude. Ein 53-jähriger Mann rettete sich auf das Dach und wurde dort von der Feuerwehr mit einer Leiter geborgen. Er erlitt eine Rauchvergiftung.

Das Gebäude wurde durch das Feuer schwer beschädigt. Der Sachschaden belaufe sich auf mehrere hunderttausend Euro, sagte Polizeisprecher Jens Jantos.

Ehrenamtlich betreutes Wohnen

In dem Haus in Bohmte waren nach Angaben der Arbeiterwohlfahrt Menschen mit leichten psychischen Problemen und trockene Alkoholiker untergebracht. Die AWO sei Hauptmieter des Hauses und habe dies an die Mitglieder der Wohngemeinschaft weiter vermietet, sagte der ehrenamtliche Vorsitzende der Organisation in Bohmte, Winfried Buchsbaum. Die Bewohner seien von drei AWO-Mitgliedern ehrenamtlich betreut worden. Ansonsten hätten eine Sozialstation und Pflegedienste die Betreuung übernommen, sagte Buchsbaum weiter.

“Eine vorsätzliche Brandstiftung durch Bewohner können wir ausschließen“, sagte er. Die Wohngemeinschaft habe sich sehr gut verstanden. Es habe keine akuten Konflikte gegeben. Auch die Polizei erklärte, es gebe keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung. Experten des niedersächsischen Landeskriminalamtes würden die Brandstelle genau untersuchen.

apn

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