Zahl der Sorgerechtsentzüge gesunken

Wiesbaden - Weil sie ihre Kinder misshandelt oder gefährdet haben, ist im vergangenen Jahr in rund 12.200 Fällen Eltern das Sorgerecht teilweise oder vollständig entzogen worden.

Dies waren 0,7 Prozent weniger gerichtlich angeordnete Eingriffe in das Sorgerecht als 2008, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Bei einem teilweisen Entzug der elterlichen Sorge wird zum Beispiel das Aufenthaltsbestimmungsrecht oder die Vermögenssorge entzogen. In 2300 Fällen wurde einem Jugendamt nur das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen. Damit können die Ämter laut Bundesamt Entscheidungen über das alltägliche Leben treffen.

Insgesamt haben die Gerichte in rund 9500 Fällen das Sorgerecht für die Kinder ganz oder teilweise auf die Jugendämter übertragen. In den übrigen Fällen war es eine Einzelperson oder ein Verein. Deutliche Veränderungen gab es in den einzelnen Bundesländern: So ging die Zahl der Sorgerechtsentzüge in Hamburg, Mecklenburg- Vorpommern, Bremen und Berlin zwischen 25 und 36 Prozent zurück. Dagegen stieg sie in Bayern (14 Prozent), Schleswig-Holstein (16 Prozent), Brandenburg (18 Prozent) und im Saarland (31 Prozent).

dpa

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