Diese Sekt-Hersteller täuschen die Verbraucher

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Deutsche Sekt-Hersteller täuschen nach einem Bericht des ZDF-Magazins “Frontal 21“ seit Jahren die Verbraucher.

Mainz - Deutsche Sekt-Hersteller täuschen nach einem Bericht des ZDF-Magazins “Frontal 21“ seit Jahren die Verbraucher. Unter anderem soll die bayerische Sektkellerei Schloss Nymphenburg betroffen sein.

Wie der Sender am Dienstag vorab berichtete, fanden TÜV-Prüfer bei Stichproben in Markensekten teils hohe Anteile industriell hergestellter Kohlensäure. So seien in der “Schwarzen Mädchentraube“, die von der Sektkellerei Schloss Nymphenburg vermarktet wird, 80 Prozent fremde Kohlensäure gefunden worden.

Beim badischen Sekt “Schloss Munzingen“ seien es 59 Prozent und bei “Rotkäppchen“-Sekt 32 Prozent gewesen. Dies sei ein Verstoß gegen die EU-Schaumweinverordnung. Danach dürfe Schaumwein lediglich Kohlendioxid erhalten, das aus der alkoholischen Gärung stammt. Ein Schaumwein mit künstlich zugesetzter Kohlensäure dürfe nicht mehr Sekt heißen, erklärte “Frontal 21“.

Sekt kommt mehrheitlich aus Gärtanks

Das Magazin zitierte den Vorsitzenden der rheinland-pfälzischen Landwirtschaftskammer, Norbert Schindler, mit den Worten, es handele sich um einen “Vertrauensbruch“ am Verbraucher. Die Konsumenten könnten erwarten, dass die fragliche Praxis schnellstens abgestellt werde. Der Sprecher des Verbands Deutscher Sektkellereien, Ralf Peter Müller, wies die Kritik zurück: “Es ist überhaupt keine Verbrauchertäuschung.“ Der Großteil des in Deutschland produzierten Sekts wird heute in riesigen Gärtanks hergestellt. Nach Recherchen des ZDF-Magazins wird industriell erzeugte Kohlensäure vor allem beim Abfüllen eingesetzt. Dies sei zwar erlaubt. Es dürfe jedoch keine Fremdkohlensäure in die Flasche gelangen.

Den Verbraucherministerien von Bund und Ländern sei das Problem bekannt. Eine Vermischung der dem Sekt eigenen Kohlensäure mit fremder Kohlensäure gelte aber als “technisch unvermeidbar“. Sekt oder Champagner entstehen, wenn Wein mit Zucker und speziellen Hefen versetzt wird und zu gären beginnt. Dabei spaltet sich der Zucker in Alkohol und Kohlendioxid. Die im Sekt gelöste Kohlensäure sorgt nach dem Öffnen der Flasche für das typische Perlen des Schaumweins. Bei der traditionellen Methode wird der Wein ausschließlich in der Flasche zu Schaumwein vergoren. Da dieses Verfahren relativ teuer ist, wird es in Deutschland nur noch bei besonders hochwertigen Sektmarken angewandt.

dapd

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