Winnenden: Tim K. recherchierte Amokläufe im Internet

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Tim K. , der Amokläufer von Winnenden.

Winnenden - Der Todesschütze von Winnenden, Tim K. , hat sich vor der Tat im Internet über Amokläufe informiert.

Danach wollte er sich, anders als zunächst vermutet, auch nicht gezielt an Mädchen rächen. Das Motiv für die Bluttat blieb zunächst unklar, wie Staatsanwältin Claudia Krauth sagte. Der 17-Jährige habe alleine gehandelt und sich vorher niemanden offenbart.

Der Amoklauf in Winnenden

Amoklauf in Realschule bei Stuttgart

Er sei auch nicht von Mitschülern gemobbt worden. Dass es sich bei elf der 15 Opfer um Frauen und Mädchen handelte, war den Ermittlungen zufolge von Tim K. offenbar nicht geplant. Er habe sie sich nicht gezielt als Opfer ausgesucht, hieß es.

Bei dem Amoklauf am 11. März erschoss Tim K. an der Albertville-Realschule in Winnenden acht Schülerinnen, einen Schüler und drei Referendarinnen. Auf der Flucht tötete er einen Mann, später erschoss er in einem Autohaus in Wendlingen zwei Menschen und dann sich selbst.

Freizeit vor dem Computer verbracht

Eine Auswertung der Internetaktivitäten brachte Erkenntnisse, dass der 17-Jährige zu Amoktaten in den USA an der Columbine High School und in Deutschland am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt recherchierte.

Tim K. verbrachte den Ermittlern zufolge viel Zeit am Computer. Dort spielte er unter anderem Ego-Shooter-Spiele. Aufgrund der Computerauswertung gehen die Ermittler davon aus, dass er zuletzt am 8. März ein Ego-Shooter-Spiel zu Hause spielte.

Nach Angaben der Ermittler stand der Täter nicht unter Drogen-, Alkohol oder Medikamenteneinfluss. Er sei vermutlich mit dem Bus zu seiner früheren Realschule gefahren. In dem vorläufigen Ermittlungsbericht wurde der 17-Jährige als zurückhaltend beschrieben. Der Täter habe kaum Freunde gehabt, er sei andererseits von Zeugen aber nicht als Einzelgänger bezeichnet worden.

Die über 50-köpfige Sonderkommission “Schule“ überprüfte auch Hinweise, wonach der junge Mann von Mitschülern gemobbt worden sei. Die Hänseleien könnten in ihrer Intensität und Wortwahl als unauffällig und jugendtypisch beschrieben werden, berichteten die Ermittler weiter.

Tim K. gab 113 Schüsse ab

Ob der Todesschütze psychisch krank war, steht noch nicht abschließend fest. Entsprechende Krankenunterlagen müssten noch ausgewertet werden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Weil die Waffe nicht ordnungsgemäß aufbewahrt wurde, ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen den Vater des Amokläufers. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Das Verfahren solle bis zum Herbst abgeschlossen werden, sagte Staatsanwältin Krauth auf AP -Anfrage.

Tim K. gab während des Amoklaufs 113 Schüsse ab. Es seien auch 171 nicht abgefeuerte Patronen an den Tatorten gefunden worden. “Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit stammt auch die Tatmunition aus dem Besitz des Vater“, erklärten die Ermittler. Er war Mitglied des örtlichen Schützenvereins.

Seit Montag dieser Woche werden die Schüler der Albertville-Realschule wieder gemeinsam an einem Ort unterrichtet. Insgesamt 165 Container bilden auf einem Sportplatz in Nähe des Schulzentrums das Provisorium für die 570 Schüler. Außer 20 Klassenzimmern sind in dem U-förmigen Komplex auch ein Verwaltungsbereich mit Lehrerzimmer, dem Rektorat und Sekretariat untergebracht.

AP

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