Papst bereut seine Kritik am Islam

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Bereut seine Worte: Papst Benedikt XVI.

Rom - Papst Benedikt XVI. bedauert ein islamkritisches Zitat, das er in seiner umstrittenen Regensburger Rede vor vier Jahren gesagt hatte. Ihm sei nicht klar gewesen dass die Rede eines Papstes auch immer politisch gewertet werde.

Papst Benedikt XVI. scheint ein islamkritisches Zitat in seiner umstrittenen Regensburger Rede vom 12. September 2006 zu bereuen. Das berichtet die italienische Tageszeitung “Il Foglio“ am Freitag unter Berufung auf den deutschen Journalisten und Autor Peter Seewald. Dieser bringt im November ein Gesprächsbuch mit dem Papst heraus.

Ein mittelalterliches Zitat in der Rede, das den Islam mit Gewalt in Verbindung brachte, hatte 2006 eine Welle der Empörung unter Muslimen ausgelöst. Es ging um Mohammed, der sich nicht scheue, “den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.“ Benedikt ziehe die Äußerungen nicht zurück, räume aber ein, die Wirkung seiner Worte unterschätzt zu haben, berichtete “Il Foglio“. Er habe seinen Text als “vorrangig wissenschaftlich“ angesehen, und ihm sei zu der Zeit auch nicht gänzlich klar gewesen, dass die Rede eines Papstes letztlich immer auch politisch verstanden werde, so zitiert das Blatt in einem ganzseitigen Artikel den Autor Seewald.

Seewalds Buch “Licht der Welt. Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit“ soll am 24. November veröffentlicht werden. Noch nicht einmal Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone habe das Buch vorab gelesen, in dem sich der Papst offen zu Themen wie Pädophilie, Islam, Scheidung, verheiratete Priester, Verhütung und Kirchenreform äußere, berichtete das italienische Nachrichtenmagazin “Panorama“.

dpa

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