Platzeck: Mehr Beachtung für DDR-Errungenschaften

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck ( SPD ), zeigt in Berlin sein Buch mit dem Titel "Zukunft braucht Herkunft".

Berlin - Etliche Errungenschaften der DDR hätten aus Sicht von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck ( SPD ) schon bei der deutschen Wiedervereinigung übernommen werden sollen.

So sei der Nutzen von Polikliniken, dem zwölfjährigen Abitur oder einer intensiven Kinderbetreuung erst spät erkannt worden, sagte Platzeck am Montag in Berlin . Anlass war die Vorstellung seines neuen Buches mit dem Titel “Zukunft braucht Herkunft. Deutsche Fragen, ostdeutsche Antworten“. Darin begründet der 55-Jährige unter anderem ein neues Selbstbewusstsein der neuen Länder, das diese sich aufgrund ihrer Erfahrungen während der vergangenen 20 Jahre erworben hätten.

Dazu gehöre, nach der “Deindustrialisierung“ des Ostens neue Wirtschaftsstrukturen mit vorwiegend kleinen Unternehmen und ohne Großkonzerne aufzubauen oder auch die Herausforderungen der demografischen Entwicklung mit niedrigen Geburtenraten, Abwanderung und einer überalterten Bevölkerung anzunehmen. Was der Osten hier schon vollbracht habe, stehe dem Westteil der Republik vielfach noch bevor, betonte Platzeck.

Auf 220 Seiten zeichnet der Regierungschef seinen Weg aus der Potsdamer Bürgerbewegung in die Staatskanzlei der brandenburgischen Landeshauptstadt nach, analysiert die Perspektiven der SPD im Parteienwettbewerb und wirbt für eine stärkere Öffnung Deutschlands hin zu den ost- und mittelosteuropäischen Staaten.

Altbundespräsident Richard von Weizsäcker stimmte bei der Buchpräsentation Platzeck zu, dass die Bewahrung des Sozialstaats eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben sei. Gerade hier müssten alle gemeinschaftlich mit anpacken, wie es der SPD -Politiker unter Anknüpfung an die Aufbruchstimmung 1989 in der DDR fordere.

dpa

Zurück zur Übersicht: Deutschland

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser