Zweifache Mutter wegen Mordes vor Gericht

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Eine zweifache Mutter ist des Mordes an ihren beiden Töchtern angeklagt und steht vor Gericht.

Tübingen - Mit einem Teilgeständnis hat am Mittwoch vor dem Tübinger Landgericht der Prozess um zweifache Kindstötung begonnen. Die Mutter und ihre Töchter wollten wieder zusammen sein.

Die Angeklagte Krisztina S. gestand, ihre sieben Jahre alte Tochter in der Badewanne ertränkt zu haben. Kurz zuvor habe die einjährige Tochter in der Wanne einen tödlichen Unfall erlitten. Die Staatsanwaltschaft wirft der 38-Jährigen demgegenüber vor, beiden Kindern im März in ihrer Wohnung in Mössingen ein Schlafmittel verabreicht und sie dann getötet zu haben. Krisztina S. sagte, beide Mädchen seien krank gewesen. Deshalb habe sie der jüngeren Tochter Sarah ein Zäpfchen und der älteren, Vanessa, ein Übelkeitsmittel gegeben.

Am 17. März habe sie die Kinder gebadet, dabei sei sie immer wieder aus dem Zimmer gegangen. Auf einmal habe Vanessa geschrieen und geweint. Als sie daraufhin ins Bad gekommen sei, habe sie Sarah mit dem Gesicht nach unten in der Badewanne gefunden. “Ich habe nicht geguckt, ob sie noch lebt“, sagte die Angeklagte. Sie habe das Kind in sein Bett gelegt. Bei dem Versuch, ihre verstörte ältere Tochter zu trösten, hätten Vanessa und sie darüber gesprochen, ob sie nicht wieder bei Sarah sein könnten. “Dann kam mir der Gedanke: Wir können zusammen sein“, sagte Krisztina S.

Schließlich habe sie Vanessa erneut in die Badewanne gesetzt und unter Wasser gedrückt. Nach deren Tod habe sie in den folgenden drei Tagen mehrfach versucht, sich selbst das Leben zu nehmen, berichtete die Angeklagte. Der Gedanke, dass ihr Ehemann sie so nicht finden solle, habe sie aber veranlasst, zur Nachbarin zu gehen und sie zu bitten, die Polizei zu rufen. Der Vater war während der Tat nicht zu Hause, sondern beruflich unterwegs. Zwtl: Urteil wird kurz vor Weihnachten erwartet Zuvor hatte die Angeklagte ausgesagt, in den Monaten vor der Tat unter Depressionen gelitten zu haben.

Sie habe sich extrem antriebslos gefühlt. Außerdem erklärte sie, dass sie und ihre ältere Tochter in Mössingen nicht glücklich gewesen seien. Zuvor hatte die Familie in Düsseldorf gelebt. Bei der älteren Tochter lautet der Vorwurf Mord aufgrund von Heimtücke, weil die Arg- und Wehrlosigkeit des Kindes ausgenutzt wurde. Die Siebenjährige habe keine Möglichkeit gehabt, vor der Tat “die feindliche Willensbildung zu erkennen und den Angriff auf ihr Leben vorherzusehen“, sagte Staatsanwalt Burkhard Werner. Insgesamt sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird kurz vor Weihnachten erwartet.

AP

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