Zwölf Jahre Haft für Axt-Attacke auf Ehefrau

Bochum - Seine Frau sollte für andere Männer nicht attraktiv sein, deshalb zertrümmerte er ihr mit einer Axt beide Beine.

Für die brutale Attacke auf seine Ehefrau ist ein 36-jähriger Tischler zu einer zwölfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Dieses Urteil hat die 1. Strafkammer des Bochumer Landgerichts am Freitag verkündet. Der Angeklagte hatte seiner 30-jährigen Ehefrau am 26. Februar mindestens 15 Mal mit einer Axt auf beide Beine geschlagen. Anschließend hatte er ihr mit einem Küchenmesser auch noch das Gesicht zerschnitten. Die 30-Jährige erlitt tiefe Wunden und zahlreiche offene Trümmerbrüche an den Beinen. Sie hatte dem Mann zuvor mitgeteilt, dass die Beziehung gescheitert sei und sie sich von ihm scheiden lassen wolle.

“Die Absicht des Angeklagten war es, seine Frau dauerhaft zu entstellen und sie unattraktiv für andere Männer zu machen“, sagte der Vorsitzende Richter Josef Große Feldhaus in der Urteilsbegründung. Dies sei dem 36-Jährigen auch tatsächlich gelungen. Die früher erfolgreiche Mediendesignerin ist heute auf einen Rollstuhl angewiesen. Nach Angaben von Ärzten ist es unsicher, ob sie jemals wieder laufen kann. Die Bochumerin hatte bei der Attacke Todesängste durchgestanden und schreckliche Schmerzen erlitten. “Es war wie in einem Psychofilm“, hatte sie in ihrer Zeugenaussage gesagt.

Weil der Angeklagte nach der Tat zusammen mit dem gemeinsamen Sohn (2) in die Niederlande geflüchtet war, bestraften ihn die Richter nicht nur wegen schwerer Körperverletzung, sondern auch wegen Kindesentziehung und Geiselnahme. Der 36-Jährige hatte im Prozess ein umfassendes Geständnis abgelegt und in seinem letzten Wort vor der Urteilsberatung um Verzeihung gebeten. Die Frau hat sich inzwischen von dem Angeklagten scheiden lassen. Darüber hinaus wurde ihr das alleinige Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn zugesprochen.

dpa

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