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Auch Verkehrsunfälle wurden berücksichtigt

Drastische Alkohol-Grenzwerte für Unter-40-Jährige: Maximal zwei Esslöffel Wein pro Tag laut Studie

Alkohol schadet Hirn und Leber. Entsprechend warnen Gesundheitsbehörden vor übermäßigem Konsum. Unter-40-Jährige sollten einer Studie zufolge gar keinen Alkohol trinken.

Gemütlich mit Freunden, Kollegen oder Familie zusammenzusitzen: So sieht bei vielen der Feierabend aus. In Bars, Biergärten oder auf der heimischen Terrasse fließt dabei oft Alkohol in Form von Wein, Bier, Gin- oder Rum-Mischgetränken in die Gläser. Bei Alkohol handelt es sich um eine chemische Verbindung, das sogenannte Ethanol. Dieses hat euphorisierende Wirkung und wird als Droge eingestuft. Übermäßiger Konsum hat fatale Folgen: Leberzirrhose, Alkoholsucht, Nervenschäden im Gehirn bis hin zu Krebs. Die empfohlenen Höchstmengen Alkohol laut Deutscher Hauptstelle für Suchtfragen:

  • Mindestens zwei alkoholfreie Tage pro Woche
  • Für Frauen: nicht mehr als zwölf Gramm Alkohol pro Tag, also nicht mehr als ein kleines Glas Wein (0,125 Liter)
  • Für Männer: nicht mehr als 24 Gramm Alkohol pro Tag, also zwei kleine Gläser Bier (0,6 Liter)
Ob im Biergarten oder auf dem Festival: Bier wird von vielen Menschen täglich getrunken.

Mehr als zwei Esslöffel Wein pro Tag sind für jüngere Frauen bereits mit höherem Krankheitsrisiko verbunden

Sie trinken mehr? Damit sind Sie nicht allein. Alkohol gilt nicht nur in Deutschland als gesellschaftlich akzeptierte Droge. Viele Mediziner und Gesundheitsverbände warnen regelmäßig, dass diese Akzeptanz schwerwiegende Folgen fürs Gesundheitssystem hat. Denn die Behandlung von Suchterkrankungen und deren Folgen ist oft langwierig und teuer.

Immer neue Studien zeigen auf, welche Auswirkungen Alkohol auf den Körper haben kann. Ein internationales Forscherteam kam jetzt zu dem Schluss, dass Menschen unter 40 Jahren Wein, Bier und andere alkoholische Getränke komplett meiden sollten. Jüngere Frauen sollten höchstens zwei Esslöffel Wein oder 100 Milliliter Bier pro Tag trinken, zitiert die Deutsche Presseagentur die Forscher, die ihre Studie in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichten. Noch drastischer laute die Empfehlung für jüngere Männer: maximal ein Schnapsglas (40 ml) voll Bier oder zwei Teelöffel Wein pro Tag würden keine negativen Folgen haben, heißt es.

Schlechte Angewohnheiten können Ihre Leber zerstören

Frau geht joggen
Sport unterstützt den ­Stoffwechsel und kann Leberfett abbauen. Durch eine Fettleber steigt die Gefahr, Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Auch Herz-Kreislauf-Krankheiten werden durch eine verfettete Leber gefördert.  © Angel Santana Garcia/Imago
Weiße und rote Pillen liegen auf einer Fläche
Manche Medikamente, wie zum Beispiel Paracetamol, werden über die Leber abgebaut. Daher sollten Sie, wenn Sie Arzneien zu sich nehmen, stets den Beipackzettel studieren. Besonders dann, wenn Sie infolge der Einnahme unter Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder sogar Oberbauchbeschwerden leiden. Dann sollten Sie besser zu Ihrem Hausarzt gehen und checken lassen, ob es von den Medikamenten kommen könnte. © Imago
Sympolbild: Mann mit nacktem Oberkörper und großem Bauchumfang steht am Strand mit einer Entenmaske auf dem Kopf
Übergewicht bringt meist schwerwiegende gesundheitliche Folgen mit sich: Von Diabetes, über Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu einer Leberverfettung. Denn überschüssiges Fett wird aus Ermangelung an Platz nicht nur in den Depots unter der Haut gelagert, sondern auch um die inneren Organe herum. Das sogenannte viszerale Fett soll Studien zufolge hochaktiv sein und Entzündungen an Leber und Co. auslösen können. Wer allerdings regelmäßig Sport treibt, der beugt Übergewicht und damit einer Leberschädigung vor. © Oscar Carrascosa Martinez/Imago
Toast mit Margarine-Flocken
Sie befinden sich in Burger, Kekse oder auch in der ach so gesunden Margarine: die Transfettsäuren. Dabei handelt es sich um künstliche Fette in stark verarbeiteten Lebensmitteln, welche bei übermäßigem Verzehr schnell zu Übergewicht führen können. Das haben jetzt auch Ernährungswissenschaftler erkannt – seitdem stehen sie in Verruf. Wer also in Zukunft darauf verzichten will, sollte stets auf die Zutatenliste einer Ware achten. Schließlich müssen die Transfettsäuren durch den Hinweis „…-Öl, zum Teil gehärtet“, gekennzeichnet sein. © Imago
Mann trägt Sixpacks: Cola und Fanta
Cola, Limo und Co. stehen schon lange in Verruf, dick zu machen. Außerdem enthalten diese oftmals den vermeintlich gesunden Fruchtzucker. Doch zu viel des Guten plus etwaiges Übergewicht sorgt für eine doppelte Vergiftung der überforderten Leber. Die Folge: eine nichtalkoholische Fettleber. Wenn sich diese zusätzlich entzündet, kann am Ende sogar eine Leberzirrhose drohen. © Michael Gstettenbauer/Imago
Frauen essen Wassermelone
Im Gegensatz zu Glukose muss Fruchtzucker, auch Fruktose genannt, erst in der Leber umgewandelt werden, damit es als Energielieferant den Zellen zur Verfügung stehen kann. Wer allerdings zu viel Fruchtzucker in Form von Obst isst, der soll Studien zufolge sogar eine Fettleber riskieren. Experten raten daher zu maximal 25 Gramm Fruktose pro Tag. Zum Vergleich: In 100 Gramm Apfel stecken bereits rund sechs Gramm Fruktose. © Imago

Alkohol erhöht Krebsrisiko

Die neu veröffentlichte Studie basiert auf den Daten der Global Burden of Disease Study 2020. Auf Grundlage dieser groß angelegten Studie konnte analysiert werden, wie oft es alkoholbedingt zu Schlaganfall, Herzkrankheit, Vorhofflimmern und -flattern, Lippen- und Mundhöhlenkrebs, Rachenkrebs, Kehlkopfkrebs, Dickdarm- und Mastdarmkrebs, Brustkrebs, Leberkrebs, Typ-2-Diabetes, Leberzirrhose, Verkehrsunfällen, Selbstverletzungen und zwischenmenschlicher Gewalt kam. Oben genannte Höchstwerte (für Frauen bis 40 Jahre: höchstens zwei Esslöffel Wein oder 100 Milliliter Bier pro Tag; für Männer bis 40 Jahre: maximal ein Schnapsglas (40 ml) voll Bier oder zwei Teelöffel Wein pro Tag) hatten keinen negativen Einfluss auf diese Reihe von Gesundheitsgefährdern.

Mehr Informationen zur Studie Population-level risks of alcohol consumption by amount, geography, age, sex, and year: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2020

Veröffentlichungsdatum: 16. Juli 2022

Untersuchungszeitraum und Umfang: Verwendung der Daten der Global Burden of Diseases, Injuries, and Risk Factors Study (GBD) 2020, die von 1990 bis 2020 lief

Veröffentlicht im Fachjournal The Lancet

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Rubriklistenbild: © Imago

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