Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nähe-Distanz-Problem

Bindungsangst: So sollten Sie niemals reagieren, wenn Sie mit einem Beziehungsphobiker zusammen sind

Zusammen feiern: Was für die meisten Paare das Normalste der Welt ist, kann für Bindungsphobiker ein großes Problem darstellen.
+
Zusammen feiern: Was für die meisten Paare das Normalste der Welt ist, kann für Bindungsphobiker ein großes Problem darstellen.

Sie machen Schluss, wenn es ernst wird oder lassen sich erst gar nicht auf Partnerschaften ein: Beziehungsphobiker. Die richtige Strategie hilft dabei, Betroffene richtig einzuschätzen.

Es gibt die verschiedensten Ängste: Arachnophobie steht für die Angst vor Spinnen, Agoraphobie für Platzangst oder Necrophobie - die Angst vor dem Tod oder vor toten Dingen. Und auch in Hinblick auf Beziehungen fürchten sich manche Menschen. Beziehungsphobiker können sich nicht auf eine Partnerschaft einlassen - und stehen damit oft nicht nur sich selbst im Weg. Auch diejenigen, die sich in einen Menschen mit Bindungsangst verlieben, stehen vor einer großen Herausforderung. Doch es gibt Wege, wie es trotzdem klappen kann.

Typisch für Bindungsangst: Flucht in Arbeit, Krankheit oder Untreue

Bindungsangst trifft Menschen nicht von heute auf morgen: „Die Störung kann entstehen, wenn man in einer früheren Beziehung sehr verletzt wurde“, zitiert der Spiegel Psychotherapeutin Stefanie Stahl. Meist werde sie aber in den ersten beiden Lebensjahren gebildet. „Sie sitzt also sehr tief“, so die Expertin.

Typisch für Menschen mit Bindungsangst:

  • kühles und abweisendes Verhalten dem Partner gegenüber
  • Verantwortung und Verpflichtungen in einer Beziehung werden abgelehnt
  • On-Off-Beziehungen
  • Erwartungen des Partners werden als sehr einengend empfunden und lösen Fluchtreflexe aus
  • Betroffene flüchten sich in die Arbeit, Hobby, Krankheit oder in Untreue, um sich vom Partner zu distanzieren

Umarmen oder Händeschütteln: Berührungen tun gut

Schon flüchtige Berührungen schaffen Nähe und festigen die Bindung zwischen Menschen. Foto: Monique Wüstenhagen
Schon flüchtige Berührungen schaffen Nähe und festigen die Bindung zwischen Menschen. Foto: Monique Wüstenhagen © Monique Wüstenhagen
Für Kinder ist Berührung elementar. Sie könnten sich nicht normal entwickeln, wenn sie keine Nähe erfahren würden. Foto: Bodo Marks
Für Kinder ist Berührung elementar. Sie könnten sich nicht normal entwickeln, wenn sie keine Nähe erfahren würden. Foto: Bodo Marks © Bodo Marks
Ältere Menschen leiden häufig darunter, dass sie nur noch wenig berührt werden. Pflegende Angehörige sollten das berücksichtigen. Foto: Mascha Brichta
Ältere Menschen leiden häufig darunter, dass sie nur noch wenig berührt werden. Pflegende Angehörige sollten das berücksichtigen. Foto: Mascha Brichta © Mascha Brichta
Verliebte halten nicht umsonst Händchen. Die Berührung schweißt sie zusammen. Sie festigt die Beziehung. Foto: Christin Klose
Verliebte halten nicht umsonst Händchen. Die Berührung schweißt sie zusammen. Sie festigt die Beziehung. Foto: Christin Klose © Christin Klose
Berührungen durch Freunde und Familie empfinden viele als angenehm. Anders ist es bei Fremden. Da wahren die meisten Menschen eine gewisse Distanz. Foto: Bodo Marks
Berührungen durch Freunde und Familie empfinden viele als angenehm. Anders ist es bei Fremden. Da wahren die meisten Menschen eine gewisse Distanz. Foto: Bodo Marks © Bodo Marks
Julia Scharnhorst ist Diplom-Psychologin und Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Foto: Fredi Lang/BDP
Julia Scharnhorst ist Diplom-Psychologin und Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Foto: Fredi Lang/BDP © Fredi Lang
Chrstine Sowinski arbeitet beim Kuratorium Deutsche Altershilfe. Foto: KDA/dpa-tmn
Chrstine Sowinski arbeitet beim Kuratorium Deutsche Altershilfe. Foto: KDA/dpa-tmn © -
Ute Repschläger ist Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten. Foto: Georg J. Lopata
Ute Repschläger ist Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten. Foto: Georg J. Lopata © Georg J. Lopata

„Eine Beziehung mit einem Bindungsphobiker hat nur eine Chance, wenn man aufhört, an ihr festzuhalten“

Menschen mit Bindungsphobie haben in der Regel große Angst davor, verlassen oder enttäuscht zu werden. Entsprechend gehen sie erst gar keine Beziehung ein und halten Menschen auf Abstand, damit diese Gefahr gebannt wird. Denn wer keine Beziehung führt, kann auch nicht vom Partner verlassen oder verletzt werden. Die meisten Betroffenen würden Psychotherapeutin Doris Wolf zufolge keine Hilfe suchen: „Menschen, die Bindungsangst haben, kommen nur selten in Therapie. Sie sehen sich selbst nicht als gestört“. Lesen Sie hier, warum Männer häufiger unter Bindungsängsten leiden.

Auch wenn es der Begriff nicht vermuten lässt: Viele Beziehungsphobiker führen Beziehungen - häufig in Form von Fernbeziehungen oder Affären. Doch auch Ehen sind möglich. Für die Partner bedeutet das nicht selten, dass sie mit den Nähe-Distanz-Problemen des Partners kämpfen müssen: Der Beziehungsphobiker macht zu, der Partner klammert umso mehr. "Eine Beziehung mit einem Bindungsphobiker hat nur eine Chance, wenn man aufhört, an ihr festzuhalten", so Psychotherapeutin Stahl dem Spiegel zufolge. Erst wenn man den Phobiker gehen lassen kann, habe der keine Angst mehr vor Einengung. Ein nicht einsichtiger Partner werde nie richtig lieben können, dessen sollten sich betroffene Partner bewusst sein. "Wenn er aber gewillt ist, an sich zu arbeiten, gibt es eine Chance auf Heilung", so Stahl. (jg)