Hypertonie

Bluthochdruck: Auch die Hormone können schuld sein

Bluthochdruck sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Bei der Suche nach den Ursachen sollte auch an eine hormonelle Störung gedacht werden.
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Bluthochdruck sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Bei der Suche nach den Ursachen sollte auch an eine hormonelle Störung gedacht werden.

Dass ein zu hoher Blutdruck mit Übergewicht, Nikotinkonsum und Stress zusammenhängen kann, ist mittlerweile bekannt. Doch manchmal liegt eine Hormonstörung vor.

Laut einer aktuellen Studie des Robert-Koch-Instituts, die 2015 veröffentlicht wurde, hat jeder dritte Deutsche im Alter zwischen 18 und 79 Jahren einen zu hohen Blutdruck. Es dürften jedoch weit mehr sein, nur wissen dies wohl viele nicht.


Dabei kann eine dauerhafte Hypertonie, wie der Bluthochdruck in medizinischen Kreisen genannt wird, schwerwiegende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen, da die Organe und Gefäße langfristig geschädigt werden können. Bluthochdruck gilt deshalb als einer der bedeutendsten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall

Hormonstörung oft die Ursache

Die Ursachen für einen Bluthochdruck sind vielschichtig: Vor allem Übergewicht, Zigarettenkonsum, aber auch dauerhafter Stress gelten als die häufigsten Auslöser. Dabei steigt das Risiko mit zunehmendem Lebensalter.


Doch eine Diagnose sollte nicht übereilt getroffen werden, denn es könnte noch etwas ganz anderes dahinterstecken: In 15 Prozent der Fälle ist ein zu hoher Blutdruck nämlich eine Folgeerscheinung einer bereits vorliegenden Erkrankung, und zwar meistens einer hormonellen Störung. Hier spricht man von einer sekundären Hypertonie. 

Gutartiger Tumor sorgt für Hormon-Überschuss 

In rund 10 Prozent der Fälle wird diese Hormonstörung, die auch unter dem Fachbegriff Conn-Syndrom bekannt ist und die typischerweise bei eher jüngeren Patienten unter 40 Jahren verbreitet ist, durch eine Überproduktion des Nebennierenhormons Aldosteron ausgelöst. Aldosteron hat die Aufgabe, den Blutdruck konstant zu halten. Wird zu viel Aldosteron ausgeschüttet, gerät der Salz-Wasser-Haushalt aus dem Gleichgewicht, was den Blutdruck gefährlich ansteigen lässt. Für den Überschuss des Hormons ist ein in der Regel gutartiger Tumor im Bereich der Nebennieren oder der Hirnanhangsdrüse verantwortlich, der selbst Botenstoffe produziert. 

Herzrasen: Indiz für hormonproduzierendes Geschwulst 

Auch das Phäochromozytom, das ebenfalls meist in der Nebenniere lokalisiert ist, kann Bluthochdruck verursachen. Dieser ebenfalls meist gutartige Tumor produziert die als Stresshormone bekannten Nebennierenhormone Adrenalin und Noradrenalin. Betroffene bekommen ganz plötzlich Herzrasen, Schweißausbrüche und Kopfschmerzen – typische Symptome bei dieser hormonellen Störung. 

Cushing-Syndrom: Zu viel Cortisol 

Personen, die innerhalb weniger Monate deutlich an Gewicht zunehmen, insbesondere im Gesicht und am Bauch, und zudem einen erhöhten Blutdruck bei sich feststellen, sollten sich unbedingt auf das sogenannte Cushing-Syndrom hin untersuchen lassen. Oft geht dieses Krankheitsbild auch mit weiteren Symptomen einher wie Muskelschwäche, Veränderungen der Haut sowie Gemütsschwankungen.

Ursache des Cushing-Syndroms ist ein Überschuss an dem Hormon Cortisol, der auch wieder durch einen Tumor in der Hirnanhangsdrüse oder den Nebennieren ausgelöst wird. Der Stoffwechsel gerät aus der Balance, sodass die Patienten zunehmen und auch schnell Diabetes und sogar Osteoporose bekommen, wenn die Ursache nicht behandelt wird. 

Wachstumshormon-Überschuss lässt Körperteile wuchern 

Bluthochdruck kann aber auch ein Indiz für eine Akromegalie sein. Auch hier ist ein Tumor der Auslöser. Er sorgt dafür, dass die Hirnanhangsdrüse vermehrt Wachstumshormone produziert – mit traurigen Folgen: Betroffene leiden sehr darunter, dass ihre Nase, ihre Ohren oder ihr Kinn regelrecht wuchern. Auch schwitzen sie stark und leiden häufig unter Kopfschmerzen und Diabetes

Gute Heilungschancen 

Die gute Nachricht: Die Ursachen für hormonell bedingten Bluthochdruck sind mittlerweile sehr gut erforscht und können auch gut therapiert werden – vorausgesetzt, die Störung wird frühzeitig als solche erkannt. Patienten mit Verdacht auf eine sekundäre Hypertonie sollten sich zunächst bei einem Facharzt und später in einem Zentrum für Endokrinologie vorstellen.

Denn hier können die einschlägigen Tests und Untersuchungen durchgeführt werden, die nötig sind, um einen hormonproduzierenden Tumor zu finden. Dieser kann in vielen Fällen operativ entfernt werden, und dann normalisiert sich auch der Blutdruck wieder. Und auch durch eine gezielte Medikation lässt sich der Hormonhaushalt wieder ins Lot bringen.

Wann spricht man von Bluthochdruck? 

Patienten mit Bluthochdruck sollten regelmäßig ihre Hormonwerte untersuchen lassen. Eine Hypertonie liegt vor, wenn der Blutdruck dauerhaft höher liegt als 140 mmHg (systolischer Wert) zu 90 mmHg (diastolischer Wert).

Um abzuklären, ob es sich um einen dauerhaften Bluthochdruck handelt, empfehlen viele Ärzte eine Langzeit-Messung. Hierbei trägt der Patient über 24 Stunden lang ein Gerät an sich, das den Blutdruck kontinuierlich protokolliert. Die Daten kann der behandelnde Arzt im Anschluss aus- und bewerten.

Von Franziska Grosswald

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