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Bestmöglicher Immunschutz

Corona-Booster-Impfung nach sechs Monaten oder früher? Für wen die Auffrischimpfung besonders wichtig ist

Corona-Booster-Impfung
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Corona-Booster-Impfung

Booster-Impfungen sollen langfristig vor schweren Corona-Verläufen schützen. Wie lange der Abstand zum ersten Impfdurchlauf sein sollte, beantwortet ein Impfstoff-Experte.

Ihr seid seit Sommer vollständig gegen Corona geimpft? Die meisten dachten zu dieser Zeit noch, dass es sich damit erledigt hat und man dank der Impfung mit den Impfstoffen von Biontech, Moderna, Johnson & Johnson sowie AstraZeneca langfristig gegen Covid-19 geschützt ist. Die letzten Monate haben allerdings gezeigt, dass dem nicht so ist. In Studien kamen Mediziner zu dem Ergebnis, dass es vor allem bei älteren und durch Vorerkrankungen geschwächten Menschen nach der Impfung vorkommen kann, dass nicht immer der gewünschte Immunschutz erreicht wird.

Doch dies ist nicht der einzige Faktor, der aktuell die Corona-Fallzahlen in die Höhe treibt. Ein Forscherteam um Dr. Yair Goldberg vom Technion–Israel Institute of Technology in Haifa hat untersucht, wie häufig es nach vollständiger Impfung zu Durchbruchsinfektionen kommt. Die besorgniserregende Schlussfolgerung der Wissenschaftler, die die groß angelegte Studie auf Grundlage von Patientendaten aus Israel im New England Journal of Medicine veröffentlicht hatten: Die Immunität gegen die Delta-Variante von Sars-CoV-2 lässt bereits einige Monate nach Erhalt der zweiten Biontech-Impfstoffdosis nach – in allen Altersgruppen.

Corona-Auffrischimpfung soll langfristigen Immunschutz gewährleisten

Im Fall des Impfstoffes von Johnson & Johnson empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) sogar bereits ab etwa vier Wochen nach der Impfung eine zweite Impfstoffdosis mit einem mRNA-Impfstoff. Der Grund für diese Empfehlung: Studiendaten würden auf einen „mangelhaften primären Impfschutz“ nach der Einmalimpfung mit dem Johnson & Johnson-Präparat hindeuten, hießt es in der Stiko-Stellungnahme von Oktober.

Auch vor diesem Hintergrund liegt der Fokus aktuell auf dem Thema „Booster-Corona-Impfung“. Diese Auffrischungsimpfungen oder Booster-Impfungen dienen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zufolge dazu, einen langfristigen Immunschutz zu gewährleisten. Das Robert Koch-Institut (RKI) als biomedizinische Leitforschungseinrichtung der deutschen Bundesregierung empfiehlt sie vor allem bestimmten Gruppen.

Booster-Impfung für bestimmte Risikogruppen

Wie das RKI informiert, soll die Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff frühestens sechs Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung erfolgen, unabhängig davon, welcher Impfstoff zuvor verwendet wurde. Bei mRNA-Impfstoffen soll möglichst der bei der Grundimmunisierung verwendete Impfstoff zur Anwendung kommen, heißt es weiter.

Die Covid-Auffrischimpfung ist vor allem für diejenigen sinnvoll, bei denen es zu einer reduzierten oder schnell nachlassenden Immunantwort nach einer vollständigen Covid-19-Impfung kommen kann, so die BZgA. Auch Personen, die regelmäßigen Kontakt mit gefährdeten Gruppen oder infektiösen Menschen haben, bietet eine Auffrischungsimpfung zusätzlichen Schutz, so die Behörde weiter. Folgende Menschen sollten demnach dem RKI zufolge in Hinblick auf die Auffrischimpfung Vorrang haben:

  • Menschen ab 70
  • Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere Covid-19-Krankheitsverläufe (etwa Menschen mit Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Niere, Krebserkrankungen, extremem Übergewicht oder/und Raucher)
  • Bewohner in Pflegeeinrichtungen
  • Pflegepersonal und medizinisches Personal

Gesund und geimpft? Alle Bürger haben Anspruch auf Booster-Impfung

Sie zählen nicht zu oben genannten Personengruppen und wollen sich trotzdem „boostern“ lassen? Wie das Bundesgesundheitsministerium informiert, können sich alle Bürgerinnen und Bürger, deren zweite Impfung sechs Monate oder länger zurückliegt, eine Auffrischungsimpfung geben lassen. Die anfallenden Kosten werden übernommen, heißt es weiter.

Leif Erik Sander, der an der Berliner Charité unter anderem zu den Corona-Impfstoffen forscht, spricht sich nachdrücklich für eine Booster-Impfung für alle aus. „Jeder gegebene Booster ist besser als jeder nicht gegebene“, so der Wissenschaftler. Auch einen Booster nach vier oder fünf Monaten hält er für unbedenklich, vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen. Zu früh solle man die Drittimpfung allerdings nicht geben. „Man sollte nicht sofort nachimpfen“, so Sander. Es sei von anderen Impfstoffen bekannt, dass ein größerer Abstand zwischen Zweitimpfung und Booster zu einer besseren Immunantwort führe.

ID/red