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Zecken übertragen FSME und Lyme-Borreliose: So schützen Sie sich dagegen

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Zecken sind zähe Zeitgenossen. Sie beherbergen die verschiedensten Erreger und können Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis und Borreliose übertragen.

Ist es tagsüber wärmer als sechs Grad werden Zecken aktiv. Sie können FSME und Borreliose übertragen. So wehren Sie sich gegen einen Zeckenbiss und den Folgen.

Jedes Jahr warnen Experten im Frühjahr und -sommer vor Zecken. Denn ein Zeckenbiss kann schwere Krankheiten auslösen. So übertragen die Spinnentiere in manchen Fällen Erreger, die Lyme-Borreliose oder Hirnhautentzündungen begünstigen.

In Deutschland ist eine Zeckenart für Mensch und Tier besonders gefährlich: der Gemeine Holzbock. Der Holzbock lebt vor allem in Wäldern, Stadtparks und Gärten.

FSME: Frühsommer-Meningoenzephalitis

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch das FSME-Virus ausgelöste Krankheit. Sie kann Entzündungen von Hirnhaut, Gehirn oder Rückenmark hervorrufen und in schweren Fällen bleibende Schäden wie Lähmungen von Körperteilen zur Folge haben.

Die Infektionszahlen schwanken allerdings von Jahr zu Jahr. Rund die Hälfte der vom Robert Koch-Institut (RKI) erfassten Patienten erkrankten schwer.

Zeckenimpfung alle drei bis fünf Jahre auffrischen lassen

Gegen FSME gibt es eine Schutzimpfung. Menschen, die in Zecken-Risikogebieten wie Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen leben, wird diese vom Robert Koch-Institut empfohlen.

Oftmals werden die Kosten für eine Zeckenimpfung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Nach den ersten drei Impfungen muss die Immunität durch eine Auffrischung - alle drei bis fünf Jahre - aufrechterhalten werden.

Anfangs kann es zu Nebenwirkungen wie leichte Rötungen oder Schwellungen um die Einstichstelle kommen. Diese sollten allerdings nach einiger Zeit wieder abklingen.

Personen, die an einer Hühnereiweißallergie leiden, sollten bei Ihrem Hausarzt vorher abklären lassen, ob sie allergisch auf den Impfstoff reagieren könnten bzw. ob es Alternativen gibt.

Zeckenbiss: Symptome einer FSME-Infektion

Nach sieben bis 14 Tagen treten bei einer FSME-Infektion Krankheitssymptome auf. Zunächst kommt es bei 30 Prozent der Infizierten zu grippeähnlichen Symptomen mit

  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Unwohlsein
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen

Dann klingen die Beschwerden kurzzeitig ab und die zweite Phase der Krankheit - mit neurologischer Symptomatik - beginnt. 

Borreliose (Lyme-Borreliose): Symptome und Behandlung

Die häufigste durch Zecken verursachte Krankheit in Deutschland ist die Lyme-Borreliose, die erst seit Ende der 80er-Jahre bekannt ist. Dabei handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöst wird. Die Bakterien können das Nervensystem, die Gelenke und Organe sowie das Gewebe befallen.

Eine Infektion beginnt meist mit einer Rötung im Bereich der Stichstelle (auch genannt Wanderröte) und ist in diesem Stadium noch gut mit Antibiotika zu behandeln. Weitere Symptome sind:

  • Müdigkeit
  • Nachtschweiß
  • Fieber
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Appetitlosigkeit
  • Lymphknotenschwellungen
  • Bindehautentzündung

In einem späteren Stadium kann eine unbehandelte Borreliose Erkrankungen des Nervensystems und Rückenmarks führen. Wenn letzteres eintritt, spricht man von einer Neuroborreliose. Auch dann werden Antibiotika gegeben. Schließlich kann die Krankheit zu langfristigen Spätfolgen wie chronischen Gelenkentzündungen (Lyme-Arthritis) oder Körperlähmungen führen.

Vorsicht: Gegen die Lyme-Borreliose gibt es keine Impfung. Doch wer Zecken rechtzeitig entfernt, kann sich vor Borreliose schützen.

Auch interessant: Darum sollten Sie sofort zum Arzt, wenn ein Zeckenbiss juckt.

Zecken entfernen: Das sollten Sie bei einem Zeckenbiss tun

  1. Zecke richtig entfernen: Zecke an ihren Mundwerkzeugen mit einer Pinzette oder Zeckenzange langsam und gerade aus der Haut ziehen. Dabei die Zecke nicht drehen. Auf keinen Fall mit Öl oder Klebstoff beträufeln. Möglichst alle Teile entfernen.
  2. Desinfektion der Wunde nach dem Entfernen.
  3. Einstichstelle mit einem Kugelschreiber markieren und beobachten. Eventuell die Stelle abfotografieren.
  4. Bei einer deutlichen ringförmigen Hautrötung oder Infektion, bitte den Hausarzt aufsuchen. Das gilt auch für grippeähnliche Symptome in den darauffolgenden sieben bis 14 Tagen nach einem Zeckenstich.

Mythen und Fakten über Zecken

Über Zecken existieren zahlreiche Mythen, die sich hartnäckig halten. Das Wichtigste über das sechsbeinige Spinnentier sollten Sie wissen:

  • Zecken sind ziemlich hart im Nehmen: Zwischen ihren Blutmahlzeiten können sie zwei bis drei Jahre lang hungern.
  • Im Gefrierfach bei minus acht Grad ist die Hälfte der Zecken nach 24 Stunden noch am Leben. Erst Temperaturen unter minus 20 Grad Celsius töten Zecken zuverlässig.
  • Selbst den Vollwaschgang in der Waschmaschine bei 40 Grad Celsius überleben die Parasiten. Waschgänge bei 60 Grad und der Weg durch den Trockner töten sie jedoch zuverlässig ab.

Zecken: So können Sie sich gegen Zeckenbisse schützen

dpa/ml/jp

Aufgepasst: Das sind die acht häufigsten Irrtümer über Zecken

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