Erste Hilfe

Hilft Pusten wirklich bei kleinen Wunden?

Besser nicht pusten: Erreger könnten in die Wunde kommen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
+
Besser nicht pusten: Erreger könnten in die Wunde kommen.

Wenn Kinder im Freien toben kann es schon mal zu Stürzen und kleinen Wunden kommen. Eine uralte «Heilmethode» ist das Pusten. Doch bringt die Luft wirklich etwas - oder ist es gar schädlich?

Nach einem Sturz mit blutigem Knie oder aufgeschürften Ellenbogen machen Eltern meistens erstmal eines: pusten. Denn das hilft bei Wunden - heißt es zumindest oft. Aber stimmt das eigentlich?

«Es ist nicht von Vorteil, auf eine Wunde zu pusten», sagt Sylke Schneider-Burrus, Oberärztin an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité Universitätsmedizin - Berlin.

Zwar habe das Pusten sicherlich psychologisch gesehen einen positiven Effekt. «Es bedeutet für Kinder Zuwendung und Aufmerksamkeit», sagt Schneider-Burrus. Und: «Die Luftbewegung bringt eine gewisse Kühlung und Linderung der Schmerzen.»

Aber: Wie etwa beim Niesen oder Husten werden - allerdings in geringerer Menge - Erreger ausgestoßen, erklärt Schneider-Burrus. Außerdem kann es sein, dass durch zu viel Pusten die Wunde zu trocken wird. Die Zellen, die für die Wundheilung zuständig sind, gedeihen jedoch am besten in feuchtem Milieu.

Pulen oder Nicht-Pulen? Die Finger von der Kruste auf einer Wunde zu lassen, fällt schwer. Gibt es eigentlich Narben durch das Kruste-Abpulen?

dpa/tmn

Kommentare