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Zocken für die Wissenschaft

Wie Spiele-Apps gegen Demenz helfen können

Apps
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Egal ob Quiz oder Buchstabenrätsel: Apps können die Auswirkungen von Demenz eindämmen.

Berlin - Weltweit steigen die Zahlen von Demenzkranken. Nun fanden Forscher eine neue Möglichkeit gegen die schwere Krankheit vorzugehen.

14 Leute sitzen vor ihren Tablet-Computern und spielen und quizzen, was das Zeug hält. Das Ungewöhnliche dabei: Das Durchschnittsalter der Gamer dürfte bei 85 Jahren liegen. Dreimal die Woche, fünf- bis sechsmal am Tag, für eine halbe Stunde mussten die Bewohner des Seniorenheims in Berlin auf den Tablets zocken. Sozusagen zu Forschungszwecken: Sie nahmen Teil an einer Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP), die die Auswirkungen von Spiele-Apps auf Demenzkranke untersucht.

Spaß für die Wissenschaft

Die Nachfrage nach nicht-medikamentösen Therapien sei gestiegen, so das ZQP in einer Pressemitteilung, dabei werde verstärkt auf neueste Kommunikationstechnologien gesetzt. „Unsere ersten Untersuchungsergebnisse zeigen Möglichkeiten auf, wie mit Hilfe von Tablet-Computern das Wohlbefinden von demenzkranken Pflegeheimbewohnern, ihre Selbstständigkeit und soziale Einbindung gestärkt werden und so letztlich auch Pflegekräfte entlastet und der Kontakt zu Angehörigen verbessert werden kann“, erklärt Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Leiterin des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Berliner Charité.

Gerade Gedächtnisspiele wie Buchstabenrätsel oder ein Quiz haben der Studie zufolge positive Auswirkungen auf die Demenzkranken. Krankheitstypische Verhaltensstörungen wie innere Unruhe oder Apathie nahmen laut ZQP sogar ab. Zudem seien kognitive Fähigkeiten wieder aktiviert, das Gedächtnis trainiert und so die Teilhabe am Alltag verbessert worden.

Mensch vor Technik

„Das Projekt verdeutlicht einmal mehr, dass beim Einsatz neuer Medien in der Pflege nicht die Technik, sondern der Mensch als Individuum im Vordergrund steht“, meint Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP nach der Untersuchung.

In Folgestudien soll nun geprüft werden, welche Auswirkungen die Benutzung von Apps hat, die speziell auf die Bedürfnisse der Demenzkranken zugeschnitten sind.

vf

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