Zecke sofort entfernen

Borreliose ohne Hautrötung: Bei folgenden Anzeichen sofort zum Arzt

Zecke auf Grashalm
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Zecken: Die kleinen Spinnentiere sind Überträger der Infektionskrankheit Borreliose.

Im Sommer sind Zecken besonders aktiv – als gefürchtete Borreliose-Überträger können sie dem Menschen gefährlich werden. So erkennen Sie die Infektion rechtzeitig.

  • Bei einer Borreliose handelt es sich um eine bakterielle Infektion. Bakterien vom Typ Borrelia lösen die Erkrankung aus, die von Zecken übertragen werden kann.
  • Wird Borreliose* nicht frühzeitig erkannt und behandelt, sind schwerwiegende gesundheitliche Probleme möglich. Dazu zählen Hirnhautentzündungen und bleibende Gelenkschäden.
  • Es gilt: Wer die Zecke schnell entfernt, senkt sein Borreliose-Risiko. Erfahren Sie hier, was Sie bei einem Verdacht auf Borreliose tun sollten.

Nach einem Tag am See oder einem Waldspaziergang krabbelt ein kleines Spinnentier auf Ihrem T-Shirt? Nicht weiter ungewöhnlich im Sommer, weil sich Zecken bei Wärme richtig wohl fühlen. Doch es gibt gute Gründe, warum man die kleinen Blutsauger so schnell wie möglich aus der Haut entfernen sollte: Zecken übertragen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose.

Letztere Infektionskrankheit wird durch Bakterien, so genannte Borrelien, ausgelöst und kann beim Menschen Gelenke, Haut, Herz und Nervensystem angreifen. Betroffene wissen oft nichts von der Infektion und kämpfen manchmal jahrelang mit rheumaartigen Beschwerden, brennenden Nervenschmerzen im Rücken oder Lähmungserscheinungen. Um Spätfolgen zu vermeiden, sollten Sie folgende Regel kennen.


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Senkt Borreliose-Risiko enorm: Zecke so schnell wie möglich entfernen

Nach dem Aufenthalt im Grünen gilt: Suchen Sie sich nach Zecken ab und entfernen Sie diese schnell mit einer speziellen Zeckenkarte oder -zange. Je länger eine Zecke in der Haut steckt, desto höher das Borreliose-Risiko, so Dermatologin Dr. Alice Martin: „Wenn die Zecke direkt gestochen hat und man entfernt sie innerhalb kurzer Zeit, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Borreliose extrem gering“, so die Expertin. Der Grund dafür: Borrelien, die sich bei einer infizierten Zecke im Darmtrakt befinden, gehen in der Regel erst während des Saugaktes auf den Menschen über, was bis zu 24 Stunden dauern kann.

Doch es ist in jedem Fall ratsam, die Einstichstelle auch in den kommenden Wochen genau zu beobachten. Falls man sich mit Borreliose infiziert hat, kommt es häufig rund zwei Wochen nach dem Zeckenstich zur so genannten Wanderröte: eine kleine Rötung, die sich kreisrund um die Stichstelle ausbreitet. Mediziner sprechen jetzt vom ersten Stadium der Borreliose. Martin zufolge kommt es in rund 50 Prozent der Fälle zur Wanderröte. Das bedeutet: Man kann auch unter Borreliose leiden, wenn sich keine Rötung rund um den Zeckenstich bildet.

Bei folgenden Symptomen nach einem Zeckenstich sollte man Dermatologin Martin zufolge einen Haus- oder Hautarzt aufsuchen, da sie Anzeichen einer Borreliose sein können:

  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • leichtes Fieber
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Lymphknotenschwellungen

Eine frühzeitige Diagnose ist deshalb so wichtig, weil eine früh einsetzende Antibiotika-Therapie das Risiko von Spätfolgen ausgelöst durch Borreliose immens senkt. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Mehr Quellen: www.rki.de; www.internisten-im-netz.de; www.welt.de

Weiterlesen: Zecken: Neue riesige Art breitet sich in Deutschland aus - Biss kann tödlich sein.

Aufgepasst: Das sind die acht häufigsten Irrtümer über Zecken

Von April bis September lauern sie auf ihre Wirte: Holzbock, Schafzecke oder die braune Hundezecke. Doch über Zecken existieren etliche Mythen. Wir klären die häufigsten Irrtümer auf.
Von April bis September lauern sie auf ihre Wirte: Holzbock, Schafzecke oder die braune Hundezecke. Doch über Zecken existieren etliche Mythen. Wir klären die häufigsten Irrtümer auf. © dpa
Dass Zecken nur von Bäumen auf ihre Wirte fallen, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Die Blutsauger halten sich vielmehr in hohen Gräsern und im Unterholz in einer Höhe von bis zu 1,50 Meter auf. Entsprechend sollte bei Spaziergängen geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen getragen werden.
Dass Zecken nur von Bäumen auf ihre Wirte fallen, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Die Blutsauger halten sich vielmehr in hohen Gräsern und im Unterholz in einer Höhe von bis zu 1,50 Meter auf. Entsprechend sollte bei Spaziergängen geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen getragen werden. © dpa
Ja keine Zeckenbeseitigung mit Hilfe von Öl und Klebstoff. Die Zecke wird dadurch zwar erstickt, gibt aber im Todeskampf vermehrt Viren (FSME) und Bakterien (Borreliose) in die Blutbahn ab. Die Zecke sollte nur mit einer Zeckenpinzette oder ärztlich entfernt werden.
Ja keine Zeckenbeseitigung mit Hilfe von Öl und Klebstoff. Die Zecke wird dadurch zwar erstickt, gibt aber im Todeskampf vermehrt Viren (FSME) und Bakterien (Borreliose) in die Blutbahn ab. Die Zecke sollte nur mit einer Zeckenpinzette oder ärztlich entfernt werden. © dpa
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Ruhe bewahren: Denn wenn Zecken zu abrupt von der Haut entfernt werden, können Teile ihres Körpers abreißen und zu Infektionen führen. © ap
Infizierte Zecken gibt es überall in Deutschland. Es ist also auch überall von möglichen Infektionen auszugehen.
Infizierte Zecken gibt es überall in Deutschland. Es ist also auch überall von möglichen Infektionen auszugehen. © ap
Falsch ist die Annahme, dass Zeckenbissinfektionen nicht von der Unfallversicherung abgedeckt werden. Eine aus einer Infektion mit einem Erreger der Infektionskrankheiten Borreliose und Frühsommermeningitis resultierende Invalidität ist in der Unfallversicherung mitversichert.
Falsch ist die Annahme, dass Zeckenbissinfektionen nicht von der Unfallversicherung abgedeckt werden. Eine aus einer Infektion mit einem Erreger der Infektionskrankheiten Borreliose und Frühsommermeningitis resultierende Invalidität ist in der Unfallversicherung mitversichert. © ots
Im Prinzip halten Gummistiefel und lange Hosen Zecken ab oder zumindest auf. Sicheren Schutz kann Kleidung allein jedoch nicht gewähren. Zecken können auf der Suche nach einer geeigneten Stichstelle eine ganze Weile herumkrabbeln.
Im Prinzip halten Gummistiefel und lange Hosen Zecken ab oder zumindest auf. Sicheren Schutz kann Kleidung allein jedoch nicht gewähren. Zecken können auf der Suche nach einer geeigneten Stichstelle eine ganze Weile herumkrabbeln. © dpa
Mit einer einzigen Blutmahlzeit kann eine Zecke sehr lange überleben. Im Labor konnten Zecken, die vorher Blut gesaugt hatten, bis zu zehn Jahre lang ohne weitere Nahrung überleben.
Mit einer einzigen Blutmahlzeit kann eine Zecke sehr lange überleben. Im Labor konnten Zecken, die vorher Blut gesaugt hatten, bis zu zehn Jahre lang ohne weitere Nahrung überleben. © zecken.de
Der Name der Krankheit täuscht. Die Zecken, die FSME übertragen, sind ab sieben Grad Celsius aktiv. Liegt im Winter über einen längeren Zeitraum die Temperatur darüber, bleiben die Zecken aktiv und können auch in dieser Jahreszeit zustechen und Menschen infizieren.
Der Name der Krankheit täuscht. Die Zecken, die FSME übertragen, sind ab sieben Grad Celsius aktiv. Liegt im Winter über einen längeren Zeitraum die Temperatur darüber, bleiben die Zecken aktiv und können auch in dieser Jahreszeit zustechen und Menschen infizieren. © zecken.de

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