In ehrendem Gedenken

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Mit Streichtrios aus dem Konzentrationslager Theresienstadt würdigt das ensemble Amphion den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Werke für Streichtrio, die internierte Komponisten im Konzentrationslager Theresienstadt geschrieben haben, führt das Ensemble Amphion zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am Sonntag, 26. Januar 2014, im k1-Studio auf.

Wider das Vergessen: Bassetthornklänge und – zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus – Streichtrios aus dem Konzentrationslager Theresienstadt stehen auf dem Spielplan, wenn das ensemble Amphion am Sonntag, 26. Januar, um 19 Uhr im k1-Studio auftritt.

In der Mozart-Zeit wurde das Bassetthorn, Vertreter der Tenorlage in der Klarinettenfamilie, für besonders geheimnisvolle, „jenseitige“ Klänge eingesetzt. Nach seinem Verschwinden im 19. Jahrhundert interessierten sich Komponisten des 20. Jahrhunderts – unter anderem Richard Strauss, Karlheinz und Markus Stockhausen – wieder für den besonderen Klang dieses Instruments. Auf dem Programm stehen eine zeitgenössische Bassetthorn-Fassung von Mozarts Oboen-Quartett, Bassetthornquartette des italienischen Komponisten und Violinisten Alessandro Rolla und des Schweizer Komponisten und Mozart-Forschers Ernst Hess.

Als Kontrast dazu erklingen Streichtrios, die im Konzentrationslager Theresienstadt komponiert wurden: „Passacaglia“ von Hans Krása und das Streichtrio von Gideon Klein. Der 1899 geborene Krása war einer der angesehensten Komponisten Prags. Ab November 1941 war er im Lager Theresienstadt inhaftiert, wo er als Leiter der Musiksektion in der „Freizeitgestaltung“ der Häftlinge wirkte. Für die Konzerte in deren Rahmen schrieb Krása im Sommer 1944 seine Passacaglia; zwei Monate später deportierten ihn die Nazis nach Auschwitz, wo er sofort nach der Ankunft als „älterer Mann“ in der Gaskammer ermordet wurde. Die Passacaglia zeigt im von Chromatik durchsetzten, an den frühen Schönberg erinnernden Stil, wie sehr die Wiener Musik der Jahrhundertwende Krása geprägt hatte: Dem Bassthema stellt er eine wienerische Walzermelodie als Kontrapunkt gegenüber; die beiden Themen werden im doppelten Kontrapunkt verarbeitet. Der Komponist und Pianist Klein wurde 1941 als 22-Jähriger ins KZ Theresienstadt deportiert. Hier schrieb er seine Werke als Manifest für die Macht der Musik. Sie erklangen neben Werken von Beethoven und Mozart, gespielt von Häftlingen für Häftlinge und durchtränkt von tschechischer Nationalmusik. Kleins Streichtrio für Violine, Viola und Violoncello beschwört klingend den existenziellen Kampf im Lager herauf. Der erste Satz verarbeitet zwei Volksmelodien in einer Weise, die Strukturen der Minimal Music vorwegnimmt. Der Mittelsatz besteht aus Variationen über ein so schlichtes wie ergreifendes mährisches Volkslied. Das Finale verbindet die rohe Schönheit Bartóks mit dem Raffinement Strawinskys zu einem Satz von überschäumendem Humor.

Karten gibt‘s bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, der k1-Tickethotline bis zu sieben Tage vor Veranstaltungsbeginn unter Tel. 0 86 69/85 74 44, unter www.k1-traunreut.de sowie an der Abendkasse.

Pressemitteilung k1-Traunreut

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