Für ausufernde Heiterkeit gesorgt

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Die Zwergerl (mit Schneewittchen und Hexe) gewannen bei den Gruppen. Fotos reichenbach

Schleching - Beim "Weiber- und Dirndl-Kranzl" des Trachtenvereins "d'Gamsgebirgler" im Gasthof "Zur Post" drängten sich die ideenreich maskierten Gruppen und Einzelkämpfer im übervollen Festsaal, der Bar und dem "Postherzl" bis in die frühen Morgenstunden.

Die "5e hamma", zunächst sehr steril in weiße Schutzanzüge verpackt, spielten unermüdlich bis weit nach Mitternacht zum Tanz auf. Sie gaben sich später als derbe bayerische Musikanten entsprechend urig gekleidet und mit nicht ganz einwandfreiem Benehmen zu erkennen.

Nachdem die Tanzfläche inzwischen zum Bersten gefüllt war, folgte mit der Prämierung der Masken ein erster Höhepunkt. Der Schlechinger Vorplattler, als nahöstlicher Wirt der Taverne, vergab zunächst die Preise für die ersten vier Gruppen. Auf den ersten Platz kamen die "Zwergei" - geschickt verkleinert mit auf den Bauch geschminkten Gesichtern und großen Hüten - mit Schneewittchen und Hexe mit vergiftetem Apfel (der Sportclub und die Rosserer). Den zweiten bis vierten Platz vergaben die Preisrichter an die "Miss-tigen Weiber" (die jungen Röckefrauen), "Ägypten" mit Nofretete und Mumie (Ski-Club) und die "Schwarz-Wild-Klinik", Ärzten, die die Mund-zu-Mund-Beatmung ihrer Patientin bestens beherrschten (eine bekannte Sängerin mit Anhang aus ihrer Heimat Vogtland).

Für ausufernde Heiterkeit sorgte die Wanderführung von "Fritz Kneipp" mit ausgelegtem Tretweg aus Steinen, Fichtenzapfen und Heu bis zum Wasserzuber. Dahinter verbarg sich unter anderem der Bürgermeister, der wortwörtlich in die Fußstapfen seines Vorgängers trat. Ein weiteres Mitglied der Truppe, ein bekannter Trompeter, wurde zur Erfrischung in den Zuber getaucht.

Bei den weiteren sehr gelungenen Gruppen verloren die Preisrichter den Überblick und vergaben jeweils viele gleiche Preise. Darunter war der "Starlight-Express", silber gekleidet und super geschminkt, glitten sie auf Rollerblades in den Saal (die aktiven Dirndln mit einem aktiven Buam). Die "Flodererweiber" - grün wie geheimnisvolle Nixen (Fußballer-Frauen), "fette Hühner" (Ettenhausen) und die "Kreuzritter" und "Gießkannen" (Mettenham) bereicherten das Geschehen. Besonders freute die Veranstalter, dass auch die Nachbargemeinden mit etlichen Gruppen und einzelnen Maskierten vertreten waren.

"Kneipp-Fritz" auf dem Weg zum Wasserzuber.

Der oberste Vertreter der Chiemgauer Trachtler ist jedes Jahr dabei und kam heuer als "Boandlkramer" mit Petrus und Engerln. Die sehr voluminösen Afroamerikaner aus Übersee benötigten besonders viel Platz auf der Tanzfläche. Aus Marquartstein war ein ganzer Tierpark vertreten. Dem Thema "Bauer sucht Frau" hatte sich heuer von kirchlicher Seite die Mesnerin mit Verstärkung gewidmet. Sowohl Sprache als auch die heimischen Sitten und Gebräuche bis hin zur Trauung waren der fernöstlichen Braut sehr fremd. Die tollen Einzelkämpfer zu schildern ist unmöglich. Wer es genauer wissen will, soll halt das nächste Mal selber kommen.

Die Aufführung der Aktiven und des Ausschusses der Trachtler sprengte wieder jeden Rahmen. Thema war die "unglaubliche Entwicklung der Gemeinde bis zum Jahr 2050", glaubhaft dargestellt mit einer Dia-Schau (vom Trachten- und Feuerwehr-PC-Fuzzi) der Gemeinde mit Wolkenkratzern, der Streichenkirche als Moschee, komfortablen Skihotels mit Traumpisten und der letzten Alm mit einem "aufgekranzten" Yak, was sehr nach Anlehnung an das Himalaya-Gebiet aussah.

Die sprachliche Entwicklung demonstrierte ein Video "Bairisch für Einsteiger", wohlbekannt aus dem Bayerischen Fernsehen, wobei der wohlbekannte Almerer sein Bestes gab. Die Veränderung der Menschen demonstrierten der neue Trachtenvorstand "Pilzn-Hans" und der "Ehrenvorstand Andi Hell", der mit dem Bergradl und gemeindeweit bekannter "Radlkluft" einfuhr. Die Urgesteine "Schlechinger Sänger" waren inzwischen auf ein Wagerl mit Sauerstoffgerät und Krankenschwester angewiesen. Sie wurden unterstützt von einer aufgemotzten Hausmusi. Zum krönenden Abschluss zeigten die Aktiven einen Trachtentanz des Jahres 2050, bei dem das "Gwand" sicher jede Vorstellungskraft der heutigen Trachtenoberen sprengen würde.

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