Der Frohsinn regiert wieder

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Das Traunsteiner Prinzenpaar Tobias I. und Daniela II. regiert bis Aschermittwoch die Stadt.

Traunstein - Na, 's werd doch. Schön langsam mausert sich der Schwarz-Weiß-Krönungsball der Veitsgroma Zunft zu einem gesellschaftlichen Ereignis im Traunsteiner Fasching.  **Faschings-Special**

Bei der Krönung des Faschingsprinzenpaars Tobias I. und Daniela II. sowie des Kinderprinzenpaars Michael und Sophia durch Bürgermeister Hans Zillner tummelten sich zahlreiche Bürger in der Franz-Eyrich-Halle, die auch gerne Fasching feiern, aber anders als andere, eben nicht Maskera. Im Laufe des Programms, durch das der neue Veitsgroma-Präsident Gerwin Demleitner führte, taute das Publikum auf und machte vom Betreten der Tanzfläche fleißig Gebrauch.

Mit der Übergabe von Krone und Zepter leitete Zillner die Hochphase der Faschingssaison ein. Darüber hinaus übergab er dem Faschingsprinzenpaar symbolisch den Traunsteiner Stadtschlüssel. Was ihm äußerst leicht fiel, denn wie die aktuelle Haushaltsdebatte im Stadtrat gezeigt hat, ist dort gar nichts zu holen - außer Schulden. Da treffe es sich gut, dass der Prinz Kaufmann sei und vielleicht eine Möglichkeit finde, den Stadtsäckel wieder zu füllen, meinte der Bürgermeister. "Wenn es nicht gelingt, was ich fast befürchte, kann die Faschingsprinzessin als Arzthelferin zumindest für die Stadtoberen ein Beruhigungsmittel bereitstellen." Damit waren die Fronten bis zum Aschermittwoch eindeutig geklärt.

Bei ihren Darbietungen geben sich die Veitsgroma - außer dem Fanfarenzug, der in seinem gewohnten Äußeren auftritt - im 111. Jahr ihres Bestehens brasilianisch. Der von Tobias und Daniela vorgeführte Prinzenpaarwalzer war daher kein Walzer, sondern ein flotter Samba. Eine Ausnahme machte das Kinderprinzenpaar. Es tanzte einen langsamen Walzer. Später glänzten Michael und Sophia noch beim akrobatischen Auftritt mit einem Einrad. Südamerikanisch bunt und flott waren auch die Tänze der Gardemädchen und der Kindergarde.

Auf diese Weise auf das Tanzen eingestimmt, stürmten die "Tanzwütigen" das glatte Parkett und drehten sich zu der Musik der Band "Allround". "Im Kreis, bis sie schwitzen", wie ein Tanzmuffel an der Bar meinte. Zwischendurch verteilte Veitsgroma-Präsident Demleitner Faschingsorden an verdiente Vereinsmitglieder sowie an verschiedene Prominente wie den Ehrenpräsident der Veitsgroma, Hermann Eder, Bürgermeister Zillner, Surbergs Bürgermeister Wimmer und Stadtpfarrer Sebastian Heindl. Dessen Pfarrgemeinderat war übrigens zahlreicher zum Krönungsball erschienen als der Traunsteiner Stadtrat. Die Volksvertreter könnten sich davon eine Scheibe abschneiden. Löbliche Ausnahmen waren Christa Fuchs, Stefan Namberger und Ernst Harrecker, die die Stadtfarben in die Höhe hielten.

Zwischen den Tanzrunden gab es Auftritte verschiedener Faschingsvereine und Faschingsgruppen. Den Anfang machten die Faschingsfreunde Blau-Weiß Kammer, dessen Faschingsprinzenpaar Sebastian I. und Vera I. seinen Prinzenpaarwalzer zeigte. Viel Beifall bekam die Showtanzgruppe mit ihrer Version vom "Dschungelbuch" mit der Elefantenparade, dem Bär Balu und King Louis Affenbande. Einen Hexentanz auf dem Reisigbesen führten die Gardemädchen der "Oidnmarkta Bochratzn" auf. Sogar ein veritabler Hexentrank wurde angesetzt. Neues aus der Karibik berichteten die Mitglieder der Tanzgruppe Heiligkreuz bei Trostberg, die als Piratinnen mit Säbel, Schatzkiste und mit all dem, was Freibeuter sonst noch mit sich führen, auftraten.

Den Abschluss machte die Traunsteiner Familienfaschingsgruppe, die ihre Darbietung unter das Motto stellte "Man oder richtiger frau trägt wieder Hut".

bjr/Chiemgau-Zeitung

Faschings-Special

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