Trend Vollmaskierung?

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Mit der Ganzkörperstrumpfhose "Morphsuit" hinein ins Getümmel. Geht der Faschingstrend zur Vollmaskierung? Die unvorteilhaften Anzüge waren voriges Jahr vereinzelt schon auf dem Faschingsumzug in Waldkraiburg zu sehen. Der Waldkraiburger Michael Luber kümmert sich um Vertrieb und Marketing im Namen der schottischen Labelgründer.

Waldkraiburg - Jede Delle, jedes Speckröllchen ist sichtbar. Das Gesicht ist nur an den Konturen auszumachen. Hauteng umspannt der "Morphsuit" so manchen Narren in diesem Fasching.

Die Marke gehört drei Schotten, den Vertrieb und das Marketing in Deutschland managt der Waldkraiburger Michael Luber.

Zu Fasching vertreibt Michael Luber Tausende der Anzüge, genaue Zahlen will der ehemalige Waldkraiburger und Wahl-Berliner nicht nennen. Unter dem Jahr seien es mehrere hundert Stück monatlich, die via Onlineshop den Besitzer wechseln, etwa zu Festivals, Junggesellenabschieden oder zu Halloween. "Morph" bedeutet, die Gestalt zu ändern und "suit" heißt "Anzug". Ab 45 Euro sind die Dinger in allen möglichen Farben und Ausführungen zu haben.

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Der Trend habe sich mittlerweile in Deutschland so etabliert, dass etwa Galileo auf Pro Sieben darüber berichtete, so Luber. Die Facebook-Seite der Gründer hat weit über 900.000 Fans.

Der 27-jährige Michael Luber ging nach dem Zivildienst in seiner Heimatstadt nach Camebridge in England, um "International Business" zu studieren. Danach zog es ihn nach Berlin, wo er sich als freiberuflicher Online-Marketing-Berater sein Brot verdiente. Bei Recherchen im Internet stieß er auf die britische Seite der "Morphsuits".

Die Erfinder der Anzüge, die drei Schotten Gregor Lawson, Ali und Frasor Smeatun hatten noch keine deutsche Webpräsenz. Luber nahm zu ihnen Kontakt auf und bot an, diese Lücke zu füllen. "So entstand die Partnerschaft, die nun seit knapp zwei Jahren besteht", erzählt Michael Luber, der seitdem Marketing und Vertrieb für den deutschen Markt leitet.

Schon im vorigen Jahr beim Waldkraiburger Faschingszug waren vereinzelt Narren in den hautengen Ganzkörperstrumpfhosen, den "Morphsuits", zu sehen. Oft sind es nicht unbedingt die sportlichen Typen, die ihren Körper in den unvorteilhaften Anzügen, die ein bisschen nach Ballett und Sado-Maso in Lycra aussehen, präsentieren.

Aber genau so soll es auch sein, wenn es nach den schottischen Begründern der Marke geht. Es geht um Spaß an der Verkleidung, um Vollmaskierung, das nicht erkannt werden. Klar, dass derartige "Bad-Taste"-Trends ("Bad Taste", engl. für "schlechten Geschmack"; Anm. d. Red.) von den britischen Inseln kommen.

Ist zuständig für Marketing und Vertrieb der "Morphsuits" auf dem deutschen Markt": Michael Luber. Der ehemalige Waldkraiburger lebt in Berlin und besucht regelmäßig seine Familie in der Heimat.

Die drei Schotten brachten die Idee aus Japan mit und entwickelten die Anzüge als Marke weiter. Durch den speziellen Reißverschluss kann man sich ohne Hilfe anziehen. Der Spandex-Stoff ist so konzipiert, dass der Träger von innen hindurchsehen kann. Von außen ist der "Morphsuit" nicht durchsichtig. "Platzangst bekommt man da nicht", sagt Luber, der zur Fußball-WM 2010 mit Freunden im Anzug in den Deutschland-Farben auf den Fanmeilen unterwegs war. Der Anzug hat keine Taschen, daher empfiehlt es sich, Geld und Handy in den Socken zu verstecken. Weitere Tipps gibt es auf der Website. Man soll enge Wäsche darunter tragen, bloß keine Boxershorts, denn das gibt einen "klumpigen Hintern". Man könne durch den luftdurchlässigen Anzug hindurch sogar trinken.

Allerdings funktioniere die Durchlässigkeit nicht so gut in die andere Richtung. Also lieber nicht Kampftrinken - ein Rat von trinkfesten Schotten.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

Quelle: innsalzach24.de

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