Als ein Papppanzer durch den Ort fuhr

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Der "Fünfer-Rat", (von links) Susi Speckbacher, Tobias Gasteiger, Willi Ettenberger, Caroline Zeisberger und Thomas Reiter, eröffneten die Fotoausstellung, die Olaf Gruß (rechts) zusammengestellt hat. Fotos

Grassau - Der Fasching in Grassau hat eine lange Tradition. Einen interessanten Einblick in diesen Teil der Geschichte der Marktgemeinde gibt eine Fotoausstellung im Galerieraum der Tourist-Information.

Olaf Gruß hat eine Vielzahl von Bildern zusammengestellt.

Faschings-Special:

chiemgau24.de/fasching

Die Ausstellung "Fasching in Grassau von 1913 bis heute" ist bis Aschermittwoch, 9. März, während der Öffnungszeiten der Tourist-Information montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 17 Uhr sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

Die Fotoausstellung eröffnet hat der "Fünferrat", das Faschingskomitee, das heuer den großen Faschingszug organisiert. Stellwände über Stellwände sind voll von Faschingsbildern aus Grassau und Mietenkam.

Viele alte schöne Bilder aus dem Fasching in Grassau sind in der Ausstellung zu sehen.

Bereits 1884 habe es ein Faschingskonzert gegeben, erzählte Gruß im Rahmen der Vernissage. 1913 sei sogar eine Faschingszeitung verteilt worden. Grassau sei bekannt gewesen für seine besonderen Großveranstaltungen. Ein Besuchermagnet sei der Faschingszug 1928 mit 1000 Teilnehmern und 3000 bis 4000 Zuschauern gewesen. Auch ein Theaterstück mit lebendigen Spielkarten sei auf einer großen Bühne aufgeführt worden.

Bemerkenswert war damals die große Holzrutsche: Wo heute das Polizeidienstgebäude steht, zog man mit einem Förderband die Besucher nach oben - und dann ging's auf der Rutsche flott hinab.

In den Jahren nach 1928 sei der Fasching in Grassau dann ein wenig eingeschlafen, so Gruß. Doch weiterhin habe es mindestens einen Ball pro Jahr gegeben. In den 50er- und Anfang der 60er- Jahre seien dann wieder Umzüge zustandegekommen, anschließend habe der Fasching wieder eine Pause eingelegt.

Vor allem der Frauen- und Mütterverein, allen voran Kathi Huber, hat den Fasching am Leben erhalten. Auf ihre Initiative entstanden das Bauernballett und die Faschingshochzeit, die seit 1957 alle zehn Jahre stattfindet.

Viel Bildmaterial habe er gesichtet und jetzt ausgestellt, erzählte Gruß. Wünschenswert wären weitere Fotos von Faschingsveranstaltungen aus der Zeit vor 1970. Wer Faschingsfotos aus dieser Zeit hat, möge sich mit ihm in Verbindung setzen.

Interessante Einblicke bieten die Fotos. Alte Bekannte, Grassauer Persönlichkeiten, aber auch politische Begebenheiten sind auf den Bildern zu sehen. Da werden Politiker durch den Kakao gezogen, die Mehrwertsteuer angeprangert, mit einem Papppanzer durch die Gemeinde gefahren, eine Trambahnlinie von Mietenkam aus gestartet und auch eine Seilbahn kutschiert. Riesenfiguren, Kartenmenschen, Eingeborene und Prinzengarden und vieles mehr sind auf den Fotos zu erkennen. An Fantasie hat es den Grassauern scheinbar noch nie gemangelt...

Gruß erarbeitete die Ausstellung vor allem auch deshalb, weil die Narren heuer den Faschingsumzug nach vielen Jahren des Dornröschenschlafs wieder wachküssen. So eröffnete auch der "Fünferrat" die Ausstellung - und Susi Speckbacher, Caroline Zeisberger, Willi Ettenberger, Thomas Reiter und Tobias Gasteiger verwiesen auf den Faschingszug, der am 26. Februar, um 15.15 Uhr startet. Man hoffe nicht nur auf sehr viele Zuschauer, so der Tenor der Faaschingsfreunde, sondern auch auf viele Teilnehmer.

Bislang haben nach Angaben des Fünferrates schon etliche Gruppen ihr Kommen zugesagt. Bis zum 31. Januar bestehe noch die Möglichkeit, sich für den großen Faschingszug in Grassau anzumelden. Sie müsse schriftlich erfolgen. Tobias Gasteiger erklärte, dass sämtliche Formulare, Anmeldung wie Fahrzeugauflagen im Internet auf der Homepage der Marktgemeinde www.grassau.de zu finden sind.

tb/Chiemgau-Zeitung

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