Riesen-Defizit: Bal paré abgesagt

Rosenheim - Es hätte ein glanzvolles Ereignis werden sollen. Jetzt hat Rolf Vingerhoets, Präsident des Tennisclubs 1860 im TSV Rosenheim, den Bal paré für 2011 abgesagt und damit die Notbremse gezogen.

Es deutete sich ein Defizit von 10 000 Euro an. „Untragbar für den Verein“, sagt Vingerhoets. Schon in diesem Jahr lief der Verkauf der Tischkarten für 60 Euro pro Person schleppend. Stattdessen waren Saalkarten für 30 Euro bei den Ballbesuchern gefragt. Diese hatte der Verein eigentlich speziell für junge Leute gedacht. Auch sie sollten sich den Eintritt für einen der Höhepunkte der Rosenheimer Ballsaison im Kuko leisten können.

Ball Paré in Bad Aibling

Das Show-Programm beim Bal paré war hochkarätig: 2011 fällt der Ball aus.

Während die Einnahmen auf diese Weise sanken, stiegen die Kosten für das hochkarätige Programm ständig an. „Technik und Künstler, unter anderem in diesen Bereichen mussten wir erheblich mehr hinlegen. Das hat den Rahmen einfach gesprengt“, erklärt Vingerhoets. Auf der anderen Seite wollten die Veranstalter keinen Abstrich bei der Qualität machen, um den Ruf der Veranstaltung für die Zukunft nicht zu gefährden. Die Absage für 2011, so versichert der Vereinspräsident, müsse nicht das endgültige Aus für den Bal paré bedeuten. Zunächst einmal gelte die Pause für 2011. Ob und wie es dann weitergeht, soll unter anderem auch davon abhängen, ob wieder mehr Sponsorengelder fließen. Sie hätten diesmal nicht gereicht, um ein Defizit von rund 10 000 Euro zu vermeiden.

Die Prinzenpaare der Region

Jutta Kistner, Leiterin des Kuko, zeigt sich betroffen vom Ausfall des Balls am 22. Januar. Am Entgegenkommen des Kuko habe es nicht gemangelt. Selbst eine Preisanhebung, die die Veranstaltungs- und Kongress GmbH 2009 bei den Mieten vornehmen musste, hätte den Bal paré nicht betroffen. Das Kuko hätte diese Kostensteigerung durch eine großzügige Beteiligung an den Werbekosten komplett abgepuffert. „So etwas geht natürlich nicht auf Dauer und nicht bis ins Unendliche. Wir sind ein subventioniertes Haus und müssen letztendlich eine gewisse Rentabilität erreichen“, verdeutlicht Kistner. Wer das Kuko für einen Ball mieten will, zahlt 6000 bis 8500 Euro, wobei Stammkunden mit vergünstigten Konditionen rechnen können. Kistner kennt die Klagen vieler Veranstalter über gestiegene Kosten: „Agenturen, Flüge für die Künstler, alles wird teurer. Wo soll man es herholen?“

Bal paré im Kultur + Kongress Zentrum Rosenheim

2011 keine rauschende Ballnacht.

Der erste Bal paré des Tennisclubs fand 1968 im Bad Aiblinger Kurhaus statt. Später zog er um in die RosenheimerInntalhalle, dann in die Stadthalle, die heute Kultur- und Kongresszentrum heißt, kurz Kuko. In den letzten Jahren habe er sich häufiger anhören müssen, der Eintrittspreis sei zu hoch, berichtet Rolf Vingerhoets. Nachdem der Verein entschieden habe, den Ball abzusagen, beginne nun das große Jammern und Bedauern.

Eine solche Absage trifft auch viele andere: Manch ein Ballkleid wird nicht gekauft, und auch die Friseure, die an diesem Tag stets alle Hände voll zu tun hatten, werden die Pause zu spüren bekommen.

Bilder vom 43. bal paré

Vielleicht ist für einige Ballgeher kurzfristig der Ball des Sports ein Ersatz. Er findet übermorgen, am Samstag, im Kuko statt, mit Bekanntgabe und Ehrung der OVB-Sportler und Stargast Johnny Logan.

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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