Rundum nur begeisterte Gesichter

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Bei bester Stimmung feierten gestern Zuschauer und Zugteilnehmer Fasching in Reit im Winkl. Fotos

Reit im Winkl - Mit einer gewissen Vorfreude und Spannung sieht man in jedem Jahr am Faschingsdienstag in Reit im Winkl dem Umzug und dem anschließenden Gaudiskispringen entgegen:

Was wird wohl heuer auf den Faschingswägen thematisiert, welche politischen Begebenheiten oder lokalen Personen werden auf den Spruchbändern karikiert, welche (nicht wirklich ernst gemeinten) Anregungen werden unter die Leute gebracht?

Rund 1500 Zuschauer säumten den Zugweg.

Während sich also im Ortszentrum gestern gegen 14 Uhr rund 1500 Gäste aus nah und fern in eine aussichtsreiche Beobachtungsposition brachten, trudelten am Feuerwehrhaus die einzelnen Gruppen und Wagen ein und ließen Antworten auf die eingangs gestellten Fragen zu: So stellte das Bauerntheater beispielsweise seine Ideen zur jährlichen Krötenwanderung am Weitsee dar; "Die B305 müssen wir sperren, damit die Kröten sich mehren". So gewährten die Hellseherinnen einen Blick in die Zukunft: "2054: Reit im Winkl ist schuldenfrei - endlich!". So bot die Birnbacher Gruppe "Dachschaden" eine "geführte Schaufeltour von Dach zu Dach an".

"Heuer haben wir 15 Gruppen, davon allein acht Wagen", freute sich der bewährte Faschingszugkoordinator Walter Petersen über eine ungewöhnlich große Resonanz, er kümmert sich im Vorfeld seit fast 40 Jahren um alle Fragen zu diesem weit über die örtlichen Grenzen hinaus bekannten Faschingszug. Heuer wurde dieser zum ersten Mal von der Gemeinde organisiert, nachdem sich der Wintersportverein aus dieser Aufgabe zurückgezogen hatte. Wie im vergangenen Jahr bereicherten auch in diesem Jahr Wagen aus der Umgebung den Zug, so die "Chiemsee-Schilf Indianer" aus Übersee und die "Augustiner Mönche" aus Grassau.

Spektakuläre Sprünge boten einige Wagemutige beim Gaudiskispringen am Hausberg.

Nach den gemächlichen Runden des Zugs durch das Ortszentrum, der wie immer von der Musikkapelle angeführt wurde, hieß es für die Zuschauermenge: Ortswechsel an den nahe gelegenen Hausberg. Dort stürzten sich von einer mächtigen und einer etwas kleineren Sprungschanze kostümierte, besonders Wagemutige und auf allerlei aktuellen und nicht ganz so aktuellen Wintersportgeräten herunter, was von dem Publikum stets von großem Staunen und mit Applaus begleitet wurde.

Seine Fortsetzung bis in die Nacht fand das närrische Treiben dort, wo es bereits um 11 Uhr begonnen hatte: Am Rathausplatz. Hier hatten Fußballclub, der Wintersportverein und die Feuerwehr diverse Bars aufgebaut, während Partymusik die Faschingsexperten bei bester Laune hielt.

Und wenn auch der Aufwand für die einzelnen Gruppen und Wagen, für die Skispringer und die vielen Helfer der Vereine und der Gemeinde und insbesondere auch für den Koordinator Walter Petersen wie in jedem Jahr sehr hoch ist: Ein Blick in die vielen lachenden und begeisterten Gesichter mag dafür entlohnen - zumal bei herrlichstem Kaiserwetter.

ost/Chiemgau-Zeitung

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