Spanferkel-Party für besten Wagen

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Prien - Für den schönsten Themenwagen beim Priener Faschingszug spendiert die Prienarria ein Spanferkel samt Grill und Getränken.

Die Prämierung soll ein Anreiz sein, denn die Gilde möchte dem Gaudiwurm wieder mehr Originalität verleihen und verbannt dafür riesige Traktoren.

Fast auf den Tag genau drei Jahre nach der letzten Auflage soll sich am Faschingsdienstag, 21. Februar, ein Zug durchs Priener Zentrum schlängeln, der sich wesentlich von dem 2009 unterscheidet. Weil im Laufe der Jahre immer mehr Bulldogungetüme mit immer größeren Lautsprecherboxen und immer mehr betrunkenen jungen Leuten mitfuhren, erlegte sich die Gilde selbst eine Pause auf, um ein neues Konzept zu entwickeln. Das diskutierte die Vorstandschaft nun zum ersten Mal in einer "Wagenbauersitzung" mit Vertretern der Vereine, die mitmachen wollen.

"Spaß kann man vielleicht noch mehr haben ohne laute Musik und große Bulldogs", gab Präsident Andreas Baumgartner als Losung aus. "Gemütlicher, leiser und schöner zum Zuschauen" soll der Gaudiwurm 2012 werden. Er appellierte an die Vereinsvertreter, sich thematisch etwas einfallen zu lassen und es auf ihren Wägen in Szene zu setzen. "Es gibt auch in der Kommunalpolitik Themen, um auf den Putz zu hauen."

17 Punkte umfassen die "Priener Faschingszuggebote", die in Abstimmung mit der Gemeinde und der örtlichen Polizei entstanden sind und die Baumgartner gemeinsam mit dem "Faschingszug-Beauftragten" Valentin Rohrmüller im "Alpenblick" erläuterte. Paragraf 1: "Die Größe der Zugfahrzeuge/Traktoren ist auf 80 PS begrenzt. Ausdrücklich erwünscht sind Oldtimer-Traktoren." Für alle Mitwirkenden auf den Wägen herrscht für die Dauer des Zuges absolutes Alkoholverbot, wobei die Prienarria-Vorstandschaft realistisch genug ist, zu wissen, dass dies nicht lückenlos überwacht werden kann.

Während ein absolutes Konfetti-Verbot bei Priener Faschingszügen schon in der Vergangenheit galt, weil die Straßenreinigung gerade bei möglicherweise winterlichem Wetter sonst ein Ding der Unmöglichkeit wäre, verlangt eine weitere, neue Vorschrift sinngemäß, dass pro Achse eines Gespanns aus Zugmaschine und Themenwagen je zwei Begleiter links und rechts mitmarschieren, um Gefahrensituationen vorzubeugen, zum Beispiel wenn Kinder auf der Jagd nach geworfenen Bonbons auf die eigentlich abgesperrte Straße laufen.

Die Lautstärke der Musik darf 80 Dezibel nicht übersteigen, Fahrzeuge dürfen nicht höher als 3,5 und nicht länger als 14 Meter sein. Baumgartner und Rohrmüller wissen selbst, dass die Liste der Reglementierungen auf den ein oder anderen zunächst wie eine Spaßbremse wirken könnten, wollen aber nach der Negativentwicklung bis zum Gaudiwurm 2009 heuer ihr Konzept versuchsweise und ohne Ausnahmen durchziehen, um anschließend über eventuelle Änderungen für die Zukunft diskutieren zu können. So klang im "Alpenblick" schon durch, dass eine Leistungsbeschränkung für Zugmaschinen auf höchstens 80 PS vielleicht zu knapp bemessen ist.

Zum Zeitpunkt der Wagenbauersitzung waren zwölf Wägen und eine Reihe von Fußgruppen verbindlich angemeldet. Die Prienarria hofft bis zum Ende der verlängerten Meldefrist am unsinnigen Donnerstag, 16. Februar, aber noch auf weitere Teilnehmer, gerade aus dem Kreis der Vereine. Anmeldeformulare und alle Infos rund um den Faschingszug gibt es zum Herunterladen im Internet unter www.prienarria.de.

Der Gaudiwurm wird sich am Faschingsdienstag, 21. Februar, kurz nach 14 Uhr in Bewegung setzen, wenn der letzte Mittagsbus des RVO die Hochriesstraße passiert hat. Von dort bewegt sich der Zug im Schritttempo und mit Zwischenstopps für tänzerische Darbietungen der Garden zur Seestraße, über die Marktplatzkreuzung, wo die Teilnehmer von einem Moderator vorgestellt werden. Auf Höhe der Polizeiinspektion wird gewendet, von dort geht es in die Bernauer und schließlich zum Zugende in die Wendelsteinstraße.

Als Motivationshilfe für die Wagenbauer lobt die Prienarria eine Spanferkelparty für eine komplette Wagenbesatzung aus. Prämiert wird das originellste Gefährt von einer unabhängigen Jury, also nicht von der Gilde selbst.

Für die Party danach wird die Prienarria heuer zum ersten Mal ihr Zelt nicht auf dem Marktplatz, sondern auf dem abgesperrten Wendelsteinparkplatz aufstellen - wie übrigens auch schon am unsinnigen Donnerstag, 16. Februar.

db/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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