Alles Kalkül?

Amazons Lieferkosten explodieren - Kunden müssen teuer dafür büßen

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Amazons Lieferkosten sind 2017 explodiert. Sehr zum Ärger von Kunden, Händlern und Lieferanten.

Der Online-Versandriese hat sich wohl mit seinem kostenfreien Versand verzettelt – nun steuert er gegen. Zum Leidwesen von Kunden, Händlern und Lieferanten.

Ein Buch für zehn Euro – ab in den Warenkorb und zur Kasse. Schließlich braucht man nicht lange darüber nachdenken, die Versandkosten sind schließlich frei. Und wenn das Buch nicht gefällt, dann kann ich es ebenfalls zurückschicken – ohne Porto dafür zu bezahlen. Hoppla, jetzt haben Sie noch das Spielzeug für den Sohnemann vergessen? Kein Problem, einfach nochmal separat nachbestellen – ist ja ebenfalls kostenfrei.

Lieferkosten von Amazon steigen und steigen - so will es dagegen angehen 

Lange Zeit ist Amazon mit dieser Strategie, Kunden zu locken, sehr gut gefahren. Der Online-Versandriese war für seine Zuverlässigkeit und seinen exzellenten Service bekannt – getreu dem Motto "Der Kunde ist König". Doch nun bekommt Amazon die Folgen unmittelbar zu spüren – er hat enorme Lieferkosten.

Der Grund dafür: Wie oben beschrieben, versendet Amazon bereits Waren mit geringem Wert in einzelnen Sendungen. Dadurch hat der Online-Versandhändler 2017 laut dem US-Wirtschaftsmagazin Bloomberg einen 43-prozentigen Anstieg an Lieferkosten verzeichnet.

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Doch Amazon will nun die Bremse ziehen – und hat bereits vor einiger Zeit die sogenannten Plus-Produkte eingeführt. Dabei handelt es sich um Produkte, die weniger als fünf Euro kosten und die nur mit weiteren Artikeln gemeinsam bestellt und versandt werden können. Dadurch will sich der Online-Versandriese Lieferkosten sparen – doch die Händler, die Kooperationen mit Amazon haben, haben das Nachsehen.

Plus-Produkte, Sammelbestellung und Amazon Prime: die Strategie des Online-Versandriesen

So soll Bloomberg zufolge eine großangelegte Sortimentsumstellung erfolgen, bei der Produkte von Drittanbietern einfach mit dem Plus-Produkt-Label versehen werden, wenn diese nicht einen gewissen Wert übersteigen. Die Folge: enorme Umsatzeinbußen für die Händler. Aber auch die Lieferanten von Amazon bekommen strengere Auflagen – und müssen auch noch mehr an den Online-Versandhändler zahlen. Zumindest diejenigen, die besonders schwere oder sperrige Produkte liefern.

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Auch wenn dies auf den ersten Blick umständlich wirkt, steckt dahinter Kalkül: Amazon möchte weiter die Kundenzufriedenheit sichern. Und der Kunde ist nur dann glücklich, wenn er die Ware so schnell wie möglich erhält. Um aber Sammelbestellungen im Plus-Programm zu vermeiden, hat der Kunde Amazon zufolge schließlich eine viel bessere Alternative: Er kann sich bei Amazon Prime gegen eine Jahresmitgliedschaft anmelden und augenscheinlich mehr Vorteile genießen.

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jp

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