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Geld: Wie betrifft mich persönlich die Inflation?

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Von: Dieter Tannert

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Ständig ereilen uns neue Nachrichten über die stetig steigende Inflationsrate. Doch wie weit ist man selbst davon wirklich betroffen?

Die letzten Zahlen des Statistischen Bundesamtes weisen nach 10 % für den November auch im Dezember eine vorläufige Inflationsrate von 8,6 % aus. Die Teuerungsrate ist so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Auch wenn Experten davon ausgehen, dass das Niveau in der zweiten Jahreshälfte sinken wird, ist die Inflationsrate in Höhen verfestigt, wie sie jüngere Generationen gar nicht mehr kannten.

So wird die Inflationsrate gemessen

Inflation
Mit zuletzt 8,6 Prozent belastet die Inflation weiter die Budgets der Menschen in Deutschland. © Hendrik Schmidt/dpa

Der Verbraucherpreisindex misst monatlich die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte in Deutschland für Konsumzwecke kaufen. Die Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat wird als Inflationsrate bezeichnet. Dabei wird für die Berechnung des Verbraucherpreisindex ein „Warenkorb“ zusammengestellt, in den 650 Güterarten einfließen und der sämtliche von privaten Haushalten in Deutschland gekauften Waren und Dienstleistungen repräsentiert. Diese Waren und Dienstleistungen fließen dabei nicht wertmäßig gleich in die Berechnung ein, sondern werden vom Statistischen Bundesamt mit einer Gewichtung in den Warenkorb aufgenommen, die weitestgehend den Ausgabeanteilen einer durchschnittlichen Familie entsprechen soll, dem sogenannten Wägungsschema. So beträgt der Anteil für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke beispielsweise 9,685 % und der Anteil von alkoholischen Getränken und Tabakwaren 3,777 %. Diese Warengruppen werden dann noch weiter heruntergebrochen, z. B. bei Nahrungsmitteln bis hinunter zu Reis oder Nudeln.

Inflation: Durchschnitt ist nur eine Modellannahme

Wie bei der Bewertung, dass das monatliche Durchschnittseinkommen in Deutschland 4.100 Euro (2021) beträgt, kann man feststellen, dass der Durchschnitt zwar eine errechenbare Größe ist, aber bei der Bezugnahme auf das eigene Ich deutliche Unterschiede klaffen können. Auch die verschiedene Gewichtung der einzelnen Produktgruppen kann stark unterschiedlich zu den persönlichen Gewohnheiten sein. Oder einzelne Bausteine betreffen die individuelle Lebensführung gar nicht. So kann bei Vegetariern die Preissteigerung bei Fleisch- und Wurstwaren außen vor bleiben. Den Kinderlosen wird die Preisentwicklung von Babynahrung und Kinderbekleidung egal sein und dem Wohnungseigentümer die Entwicklung der Miethöhen.

Inflation kann man personalisieren

Um dem unterschiedlichen persönlichen Konsumverhalten Rechnung zu tragen, kann man für die Entwicklung einer persönlichen Inflationsrate am besten ein Haushaltsbuch führen. Daraus lässt sich am genauesten ermitteln, ob man von Preissteigerungen betroffen ist. Es verschafft auch immer einen Überblick, wo man möglicherweise Geld einsparen kann. Für diejenigen, die sich nicht die Arbeit des Aufschreibens machen wollen, gibt es aber eine weitere Möglichkeit, die eigene Inflationsrate annähernd zu ermitteln. Das Statistische Bundesamt stellt auf seiner Internetseite einen Rechner zur Verfügung, mit dem sich persönliche Besonderheiten berücksichtigen lassen und so eine personalisierte Inflationsrate errechnet werden kann. Dabei kann man dann abschätzen, wie weit die Inflationsrate einen selbst betrifft. 

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