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Hinterbliebenenrente erklärt

Rentenerhöhung 2022: Es gibt auch mehr für Witwen und Witwer

Seit dem 1. Juli dürfen sich Rentner und Rentnerinnen als Entlastung über mehr Rente monatlich freuen. Doch auch Witwer und Witwen profitieren.

Die Inflation aufgrund der Corona- und Ukrainekrise trifft viele hierzulande hart. Das gilt besonders für Rentner und Rentnerinnen. Sie wurden anfangs beim Entlastungspaket der Ampelkoalition nicht bedacht. Doch vor wenigen Monaten hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (49, SPD) angekündigt, die Weichen für eine Rentenerhöhung stellen zu wollen. Diese gilt zum 01. Juli 2022, mit der Folge, dass die Renten zum Teil deutlich erhöht worden sind.

Rentenerhöhung: Witwen und Witwer

Zudem soll eine neue Rentenbesteuerung in Kraft treten. Auch Witwer und Witwen, die eine Hinterbliebenenrente beziehen, profitieren vom Rentenplus. Das betrifft etwa 5,3 Millionen Menschen deutschlandweit. Grundsätzlich hat ein verbliebener Ehe- oder Lebenspartner Anspruch auf Witwen- oder Witwerrente, wenn der Ehe- oder Lebenspartner stirbt.

Wenn der Ehe- oder Lebenspartner verstirbt, soll die Hinterbliebenenrente finanziell unterstützen. (Symbolbild)

Dem liegt zugrunde, dass der Betroffene vom Staat finanziell aufgefangen wird, gerade dann, wenn der Verstorbene mehr verdient hat. Allerdings müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, um eine Hinterbliebenenrente zu erhalten:

  • Die Ehe- oder Lebenspartnerschaft hat mindestens ein Jahr bestanden.
  • Die oder der Hinterbliebene ist keine neue Partnerschaft eingegangen.
  • Der verstorbene Partner muss eine Mindestversicherungszeit von fünf Jahren erfüllt haben.

Doch wie viel erhalte ich als Hinterbliebener? Das hängt generell von den Ansprüchen des Verstorbenen ab. In den ersten drei Monaten nach dem Tod des Partners wird sie in voller Höhe weitergezahlt. Danach wird das weitere Einkommen angerechnet. Aber: Auch die Hinterbliebenenrente soll in Westdeutschland um 5,35 Prozent und im Osten um 6,12 Prozent steigen. Hinzu kommen die Freibeträge. Grundsätzlich wird das Nettoeinkommen, das die Freibeträge übersteigt, zu 40 Prozent auf die Hinterbliebenenrente angerechnet. Im Juli steigt der Einkommensfreibetrag allerdings von 902,62 auf 950,93 Euro im Westen und im Osten von 883,61 auf 937,73 Euro.

Diese neun Mythen kursieren über die Rente

Zu sehen sind mehrere Senioren, die auf einer Bank sitzen.
Wenn die Rente bevor steht, dann kommen viele Fragen auf. Wie lange muss man gearbeitet haben? Wie wird die Rente versteuert? Das sind nur wenige Fragen, die Sie sich vielleicht stellen. Hier bekommen Sie die Antworten.  © Imago
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Mythos 1: Die Rente kommt automatisch. Das ist nicht der Fall. Man muss die Rente bei der gesetzlichen Rentenversicherung frühzeitig schriftlich beantragen.  © Birgit Reitz-Hofmann/Imago
Ein Senior verdient sich neben seiner Rente etwas dazu.
Mythos 2: Neben der Rente darf man unbegrenzt dazuverdienen. Das stimmt nicht, eine Grenze gibt es. Wer früher in Rente geht oder erwerbsunfähig ist, kann bis zu 6300 Euro im Jahr dazuverdienen. Verdient man mehr, kann das auf die Rente angerechnet werden.  © Imago
Zu sehen ist eine Tastatur mit einer Tastatur und einem grünen Post-It. Darauf steht „Mein letzter Arbeitstag“.
Mythos 3: Die Höhe der Rente setzt sich aus den letzten Arbeitsjahren zusammen. Das stimmt so nicht. Die Rentenhöhe berechnet sich aus dem gesamten Versicherungsleben.  © O. Diez/Imago
Zu sehen ist ein älterer Mann auf einer Sportmatte. Er sitzt und neben ihm liegen Kurzhanteln.
Mythos 5: Ein Reha-Aufenthalt mindert die Rente. Dieser Mythos stimmt nicht. Das Gegenteil ist der Fall. In der Rehabilitation werden die Pflichtbeiträge zu 80 Prozent des vergangenen Bruttolohns von der Rentenversicherung gezahlt. Das erhöht den späteren Rentenanspruch.  © Hodei Unzueta/Imago
Zu sehen ist ein Antrag auf Hinterbliebenenrente, darauf liegt Geld.
Mythos 6: Nur Frauen haben Anspruch auf Hinterbliebenenrente. Das stimmt nicht. Zwar ist die Witwenrente bekannter, aber auch Männer erhalten Witwerrente. Seit 1986 sind Männer und Frauen in der Rentenversicherung gleichberechtigt.  © Sabine Brose, Frank Sorge/Imago
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Mythos 7: Nach 45 Jahren im Beruf kann man schon mit 63 Jahren in Rente gehen. Das stimmt nur zum Teil. Wer so lange im Berufsleben war, der kann grundsätzlich früher in Rente gehen. Allerdings verschiebt sich das Renteneintrittsalter je nach Geburtsjahr nach hinten.  © Imago
Zu sehen ist jemand, der am PC arbeitet.
Mythos 8: Einen Rentenanspruch hat erst jemand, der 15 Jahre gearbeitet hat. Das ist falsch. Die Mindestversicherungszeit für die Regelaltersrente beträgt fünf Jahre.  © Rüdiger Wölk/Imago
Zu sehen ist eine alte Frau, die ein Heft vor sich liegen hat. Sie schaut ihre Katze an.
Mythos 9: Die Rente muss nicht versteuert werden. Das ist falsch. Grundsätzlich muss eine Einkommens- bzw. Lohnsteuer auf die Rente gezahlt werden. Das Geld wird derzeit nicht voll versteuert. Der Prozentsatz ist abhängig vom Renteneintritt.  © Imago
Zu sehen ist eine Deutschlandkarte, darauf sind Balken zu sehen.
Mythos 10: Wenn man Ostrente bezieht und in den Westen umzieht, bekommt man Westrente. Das stimmt nicht. Die Altersrente wird einmal anhand der Entgeltpunkte errechnet, die am Beschäftigungsort erworben wurde. Der Wohnsitz spielt dabei keine Rolle. Auch für Rentenerhöhungen ist der Wohnortswechsel unerheblich.  © Imago

Rentenerhöhung: Was ist die kleine oder große Witwenrente?

Darüber hinaus gibt es die „kleine“ und die „große“ Witwenrente. Erstere erhalten diejenigen Hinterbliebenen, die nicht älter als 47 Jahre alt, arbeitstauglich und kinderlos sind. Da man davon ausgeht, dass diese schnell selbst (wieder) für ihren Lebensunterhalt aufkommen können, erhalten sie die kleine Witwenrente auch nur für 24 Monate. Anders sieht es hingegen bei der großen Hinterbliebenenrente aus. Wer älter als 47 Jahre alt und nicht arbeitsfähig ist oder ein Kind, das noch minderjährig ist, großziehen muss, hat darauf Anspruch.

Sie beträgt circa 55 Prozent der Rentenansprüche, die ein Ehe- oder Lebenspartner zum Zeitpunkt des Todes bezogen hat oder hätte. Abschließend kommt hinzu, dass die meisten hinterbliebenen Ehe- oder Lebenspartner selbst bereits im Ruhestand sind und Altersrente beziehen. Dank der Witwenrente sind sie somit Doppelrentner.

Rubriklistenbild: © Dirk Sattler/Imago

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