Ernste Konsequenzen?

Rundfunkbeitrag: Nach Gutachten - Experten halten Gehälter bei ARD, ZDF & Co. viel zu hoch

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Der Rundfunkbeitrag wird steigen - aber dafür müssen die Landesrundfunkanstalten Stellen streichen.
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Als die Expertenkommission KEF ihren Bericht zur Höhe des Rundfunkbeitrags vorlegte, enthüllte sie Pikantes: So sollen viele Mitarbeiter dort viel zu gut verdienen.

Bereits vergangenes Jahr sorgte ein Gutachten der "Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten" (KEF) für Aufsehen: Schließlich empfahl die Kontrollinstanz der ARD, ZDF & Co. in ihrem Bericht, den Rundfunkbeitrag in Deutschland ab 2020 von 17,50 Euro pro Monat und Haushalt um 86 Cent auf 18,36 Euro anzuheben. Allerdings entscheiden die Bundesländer am Ende über die künftige Höhe des Rundfunkbeitrags für ARD, ZDF und Deutschlandradio.

Rundfunkbeitrag 2019: Gutachten enthüllt Gehälter bei ARD, ZDF & Co.

Doch nicht nur das stieß manchem Bürger sauer auf - sondern auch, dass viele Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks überproportional gut verdienen sollen. So soll die KEF im Zuge des Gutachtens zum Rundfunkbeitrag auch die Gehaltsstruktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks offengelegt haben. Dazu hatte sie die Kienbaum Consultants International GmbH beauftragt, die das Vergütungsniveau der elf Landesrundfunkanstalten mit der öffentlichen Verwaltung, kommerziellen Medienunternehmen sowie mit Handels-, Industrie- und Dienstleistungsunternehmen verglich.

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Sie kam schließlich zu dem pikanten Ergebnis, dass vor allem der Westdeutsche Rundfunk (WDR), der Bayerische Rundfunk (BR), der Hessische Rundfunk (HR) und das ZDF deutlich und der Saarländische Rundfunk (SR) etwas über dem Durchschnitt gelegen haben sollen. Das berichtet jetzt der Branchendienst Medienkorrespondenz.

Rundfunkbeitrag: KEF fordert Personaleinsparungen - Rundfunkanstalten wehren sich

Darauf soll die KEF aber bereits reagiert und gefordert haben, dass der Personalaufwand der Sender in der kommenden Periode (2021 bis 2024) um satte 60,3 Millionen Euro gekürzt werden soll. Bei der ARD um 49,1 Millionen Euro, 9,6 Millionen Euro beim ZDF und 1,7 Millionen Euro beim Deutschlandradio. 

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"Die Kommission geht davon aus, dass insbesondere die im internen Vergleich mit einem besonders hohen Vergütungsniveau auffälligen Anstalten (BR, HR, SR, WDR, ZDF) deutliche Anstrengungen unternehmen, ihre überproportionalen Vergütungsniveaus zu korrigieren", heißt es laut dem Branchenportal Medienkorrespondenz im Entwurf des KEF-Berichts.

Bedeutet das also, dass bald massiv Stellen gestrichen werden? Angeblich soll dies laut ARD, ZDF & Co. bereits geschehen sein. Doch das reiche der KEF zufolge noch längst nicht aus. Am 5. Dezember werden nun die 16 Ministerpräsidenten über den Rundfunkbeitrag diskutieren.

Vor allem junge Leute haben mit der Rundfunkgebühr ein Problem. Doch der Ärger um das Geld lässt sich leicht vermeiden.

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jp

Rundfunkbeitrag 2019: Alles Wissenswerte über Höhe, Umzug und Befreiung

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