Experte klärt auf

"Schlechteste Geldanleger"? So sparen sich die Deutschen arm

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Wenn es ums Geldanlegen geht, sind die Deutschen ganz weit hinten, wie ein Experte meint.

Um Reichtum anzuhäufen, gibt es verschiedene Möglichkeiten - doch wählen die Deutschen immer den richtigen Weg? Laut einem Finanzexperten ist dem definitiv nicht so.

Wo und wie lässt sich heutzutage noch gut Geld anlegen? Das ist eine Frage, die viele Deutsche beschäftigt. Die einen horten ihr Geld auf dem Bankkonto, andere schließen eine Lebensversicherung ab - und wieder andere investieren in Aktien. Aber was ist nun der richtige Weg? Laut dem Finanzexperten Dr. Daniel Stelter befinden sich die Deutschen derzeit auf dem Holzweg.

Deutscher ist "schlechtester Geldanleger": Das sind die Gründe

Im Interview mit dem Online-Portal Focus findet der Makroökonom und Strategieberater klare Worte dafür: "In Summe sind wir die schlechtesten Geldanleger, die man sich vorstellen kann." Alleine in der Finanzkrise hätte der deutsche Sparer um die 600 Milliarden Euro verloren.

Schuld sei die Ängstlichkeit, mit der viele hierzulande mit ihrem Geld umgehen: "Die Deutschen haben eine hohe Präferenz für Sparbuch, Bankkonto oder Lebensversicherung", weiß der Experte. "Das wurde auch von der Politik der letzten Jahrzehnte getrieben, weil man so die billige Staatsfinanzierung sicherstellen wollte. Laut einer Studie der Uni Bonn lagen die Wertsteigerungen in den vergangenen 150 Jahren bei Immobilien und Aktien zwischen sechs und acht Prozent p.a. Bei Staatsanleihen konnten über die Jahre mit Glück etwa ein Prozent Rendite p.a. erzielt werden. Wirklich sicher ist bei dieser Form des Sparens nur der Verlust."

Dafür hat Dr. Stelter ein einfaches Rechenbeispiel parat: Wer 1.000 Euro über 30 Jahre mit einem Prozent Zins anlegt, kommt während der Laufzeit auf 1.350 Euro. Immobilien und Aktien hingegen bieten bei sechs Prozent Zinsen in derselben Laufzeit schon satte 5.740 Euro mehr auf dem Konto. Die sichere Variante ist also nicht immer die bessere.

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Hier lohnt sich eine Geldanlage noch

Auch in Zukunft könnten Sparer nicht auf steigende Zinsen bei der privaten Vorsorge hoffen, wie der Experte meint: "Aus meiner Sicht gibt es keine Hoffnung auf einen Wandel. Die Bundesregierung um Frau Merkel hat sich geweigert, das Grundproblem des Euro anzugehen. Und solange wir das nicht lösen, werden die Zinsen so niedrig bleiben." Stattdessen rät Dr. Stelter dazu das Geld aufzuteilen und in Aktien, Immobilien, Gold und Cash zu investieren.

Was Aktien betrifft, gibt der Experte den Tipp, nicht alles auf einmal, sondern gestaffelt zu investieren - schließlich schwankt die Börse teilweise erheblich. Zudem sollten Anleger global investieren und nicht nur in Deutschland. Bezüglich des Immobilienmarkts gilt es ebenfalls, Vorsicht walten zu lassen: Auf lange Sicht sei das für den Experten kein gutes Investment, denn: "Kurz- und mittelfristig müssen wir mit noch deutlicheren Eingriffen der Politik im Wohnungsmarkt rechnen. Da sind wir mit der Mietpreisbremse und der Begrenzung der Modernisierungsumlage sicherlich noch nicht am Ende der Entwicklung."

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