Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nach Kündigungsschutzprozess

Geleistete Arbeitsstunden bestimmen Höhe des Lohnausfalls

Bei Lohnausfall durch eine rechtswidrige Kündigung können Betroffene eine Nachzahlung fordern. Berechnungsgrundlage sind dann die geleisteten Arbeitsstunden. Foto: Michael Reichel
+
Bei Lohnausfall durch eine rechtswidrige Kündigung können Betroffene eine Nachzahlung fordern. Berechnungsgrundlage sind dann die geleisteten Arbeitsstunden. Foto: Michael Reichel

Wer eine fristlose Kündigung erhält, erscheint meist nicht mehr am Arbeitsplatz. Auch wenn er sich gerichtlich gegen die Entlassung wehrt. War die Kündigung nicht rechtmäßig, kann ihm noch Lohn zustehen. Wie dieser berechnet wird, zeigt ein Urteil aus Rostock.

Rostock (dpa/tmn) - Gewinnt ein Mitarbeiter einen Kündigungsschutzprozess, hat er im Nachhinein Anspruch auf seinen Lohn ab dem Zeitpunkt der Kündigung. Doch wie wird dieser berechnet?

Ist die wöchentliche Arbeitszeit im Arbeitsvertrag nicht geregelt, bemisst sich die Höhe des Lohns nach den sonst geleisteten Arbeitsstunden. Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin. Er bezieht sich auf eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Rostock (Az.: 3 Sa 12/16).

In dem verhandelten Fall arbeitete ein Mann von August bis Dezember als Servicekraft in einem Hotel. Der Arbeitsvertrag sah eine Sechs-Tage-Woche mit einem Stundenlohn von 8,50 Euro vor. Die Arbeitszeit war nicht näher geregelt. Für September wurden dem Mitarbeiter schriftlich zwar 227 Arbeitsstunden bestätigt, abgerechnet wurden jedoch nur 160 Stunden. Im November kündigte der Arbeitgeber fristlos. Das Arbeitsgericht stellte dann aber fest, dass das Arbeitsverhältnis bis Ende Dezember bestand. Es ging dann unter anderem um die Ermittlung des Annahmeverzugslohns - also des Lohns, der dem Mann ab der Kündigung zustand.

Der Mann hatte in zwei Instanzen Erfolg. Der Arbeitgeber müsse für den September weitere 67 Stunden zahlen. Für den November habe ein Einsatzplan mit 192 Stunden vorgelegen. Der Annahmeverzugslohn richte sich grundsätzlich entweder nach der vertraglich vereinbarten oder der tatsächlich regelmäßig erbrachten Arbeitszeit. Da im Arbeitsvertrag nichts geregelt ist, müsse als Vergleichszeitraum die Zeit von August bis Mitte November herangezogen werden. In diesem Zeitraum habe der Kläger in Vollzeit gearbeitet. Daher müsse man von acht Stunden täglich an insgesamt sechs Wochentagen ausgehen. Danach bemesse sich sein Anspruch für den Dezember.

Urteil