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Vorurteil prüfen

Medizin im südosteuropäischen Ausland studieren

Medizin im südosteuropäischen Ausland studieren
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Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat festgestellt, dass es im Rahmen eines Medizinstudiums in Südosteuropa an Hochschulen häufig kleine Lerngruppen gibt.

Wer Medizin studieren will, braucht gute Noten - oder geht ins Ausland. So lautet ein gängiges Klischee. Doch stimmt das wirklich und nach welchen Kriterien suchen Unis im Ausland Studierende aus?

Gütersloh - Medizinstudierende müssen im Ausland für ihren Studienplatz oft zahlen. An südosteuropäischen Hochschulen liegen die Kosten dafür bei 10 000 Euro und mehr pro Jahr, berichtet das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in der aktuellen Ausgabe DUZ Spotlight.

Dennoch kann sich der Schritt lohnen, resümieren Gero Federkeil, Jelena Hohlweg und Kathrin Müller von CHE, die für ihre Analyse unter anderem eine Befragung von 43 Hochschulen in zehn Ländern analysiert haben.

Denn viele südosteuropäische Hochschulen bieten zusätzliche Medizinstudiengänge ausschließlich für internationale Studieninteressierte an - teils komplett in deutscher Sprache.

Guter Betreuungsschlüssel

Auch der Betreuungsschlüssel sei an südosteuropäischen Hochschulen gut - 11,8 Studierende kommen auf eine Lehrkraft. Zum Vergleich: In Deutschland kümmert sich eine Lehrkraft um 15,1 Medizinstudierende, so die CHE-Auswertung des internationalen Hochschulrankings U-Multirank.

Positiv fielen in der CHE-Analyse auch kleine Lerngruppen sowie häufig problembasiertes Lernen und der Einsatz innovativer Prüfungsmethoden auf.

Andere Auswahlkriterien

Laut CHE absolviert etwa jeder zehnte Medizinstudierende aus Deutschland sein Studium im Ausland. Ein Grund dafür könnten auch die Zugangskriterien sein - denn anders als in Deutschland hat die Abiturnote an südosteuropäischen Hochschulen im Auswahlverfahren oft einen geringen Stellenwert.

An den befragten ost- und südosteuropäischen Hochschulen wurde laut CHE die Abinote nur in jedem zweiten Zulassungsverfahren berücksichtigt. Wichtiger seien meist Sprachkenntnisse, Motivationsschreiben oder mündliche und schriftliche Tests.

Aus Sicht des CHE-Teams sprechen daher einige Anhaltspunkte ihrer Analyse gegen gängige Vorurteile - etwa, dass ein in einem südosteuropäischen Land erworbener Abschluss erkauft sei, oder dass Qualitätsstandard dort nicht denen eines Medizinstudiums an einer deutschen Universität entsprechen. dpa

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