Auf die Kuh gekommen

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Diese Kuh fühlt sich im Paffenfeld in Bischofswiesen zwischen Autos und Mülltonen sehr wohl.

Bischofswiesen - Keiner weiß, wie sie heißen, aber sechs braun-weiß gefleckte Vierbeiner sind seit rund zwei Wochen sozusagen die neuen Haustiere im Pfaffenfeld in Bischofswiesen.

"Man kommt sich fast vor wie auf einer Alm", musste Andrea Schmid am Anfang schmunzeln, als auf einmal sechs Kühe um ihren Gartenweiher standen. Doch schnell kam die Ernüchterung. Große Löcher in der Wiese, ein kaputter Gartenzaun und ein beschädigtes Auto lies die Stimmung kippen - ohne dass sich die braunäugigen Lieblinge davon stören lassen würden.

Die sechs Kühe fühlen sich in dem Gewerbegebiet sichtlich wohl, räkeln sich in der Sonne, genießen das frische Gras und hinterlassen deutlich riechende Spuren auf der Straße. Offenbar wissen sie, dass sie das Recht dazu haben.

"Das Gewerbegebiet Pfaffenfeld grenzt an ein Freiweidegebiet an", erklärt Maria Stöberl vom Verband der Forstberechtigten im Chiemgau e.V. "Dort gilt das uralte Recht 'ohne Hirt und Stab', was bedeutet, dass der Bauer sich nicht um die Kühe kümmern muss." Andersherum müssten sich die Bewohner dadurch schützen, indem sie ihre Gärten einzäunen.

Auch im hintersten Eck des Gewerbegebiets fühlen sich die Kühe nach über zwei Wochen zuhause.

"Das haben wir jetzt gemacht", so Andrea Schmid. "Hätten wir das von Anfang an gewußt, hätten wir uns einigen Ärger erspart", kritisiert sie die Informationspolitik der Gemeinde. Doch der Leiter des Bürgerbüros, Matthias Irlinger, betont: "Bei der Aufstellung des Gewerbegebietes war das Problem nicht bekannt. Wir haben zwar gewusst, dass oben eine Freiweide ist, aber es gab nie Viecher, die da raus kamen, weil ja der Zaun von den Kolfs unterhalten wurde.“ Die Kolfs waren die vorherigen Besitzer des Grundstücks auf dem jetzt das Gewerbegebiet ist, mit rund 700 Metern Zaun haben sie diese Fläche vor dem Vieh geschützt.

Kürzlich soll es nach einem Vandalismusakt eine Lücke im Zaun gegeben haben. Die müssen die Tiere wohl genutzt haben. "Es kann aber auch sein, dass ein Spaziergänger vergessen hat, ein Gatter wieder zu schließen, davor sind wir nicht gefeit", gibt Johanna Kolf zu, die gleichzeitig betont: "Unser Zaun ist in Ordnung."

Neben zahlreichen Anrufen bei der Familie Kolf, ihren Zaun wieder instand zu setzen, hat es natürlich auch Kontakt mit dem Bauern gegeben, dem die Kühe gehören. Doch eine entsprechende Rückholaktion durch den Besitzer gab es nicht. Deshalb können sich die Bewohner weiter wie auf einer Alm fühlen und wer weiß, vielleicht werden die Tiere letztlich noch getauft.

cz

Quelle: rosenheim24.de

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