Mit nacktem Hintern in die Radarfalle

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Nackter Po Radarfalle Hamm

Hamm - Der Blitzer war noch gar nicht lange installiert, da schoss er gleich ein ganz außergewöhnliches Bild: Ein nackter Hinter prangte den Polizisten da entgegen. Die ganze Geschichte:

Am Mittwochnachmittag hat die Stadt Hamm das Foto nun auch veröffentlicht. Das Auto fuhr  innerhalb kürzester Zeit gleich drei Mal zu schnell über die Haupteinfallstraße, der Fahrer grinste dabei zufrieden in die Kamera.  „Das war Vorsatz“, waren sich die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes schnell einig und rätselten nicht schlecht darüber, wie man solche Verrenkungen in einem relativ kleinen Auto überhaupt machen konnte.

Schnell war auch klar, dass der Wagen ein ausländisches Kennzeichen hatte. Da es sich um „bewusste, vorsätzliche Verkehrsverstöße“ in mehreren Fällen handelte, wie Stadtsprecher Christian Strasen sagte, wurde das Rechtsamt der Stadt eingeschaltet. Und das wiederum bat die Hammer Polizei um Amtshilfe bei der Halterfeststellung.

„Das kann mehrere Tage oder Wochen dauern“, meinte Polizei-Pressesprecher Klaus Finke. In diesem speziellen Fall konnte die Polizei aber den Kollegen aus dem Rathaus schnell helfen – offenbar war der Mann bekannt. Die Halterdaten wurden ermittelt und ans Rechtsamt weitergeleitet.

„Dann geht auch bei solch einem Fall alles seinen rechtmäßigen Gang“, sagte Strasen. Der Halter bekam seinen Bußgeldbescheid und legte – wie die Beamten auch nicht anders erwartet hatten – Widerspruch dagegen ein. Er habe nicht vorsätzlich gehandelt, außerdem kenne er den Beifahrer nicht, teilte er den erstaunten Mitarbeitern des Ordnungsdienstes schriftlich mit. Deshalb konnten sie den Beifahrer, der den nackten Popo in die Kamera gehalten hatte, auch nicht wegen „Beleidigung des Staatsapparates“ anzeigen. Dazu fehlen die Beweise, es steht Aussage gegen Aussage

Für den Halter des Wagens könnte es allerdings doch etwas schmerzvoller werden. „Wer so etwas erlaubt, der zeigt erhebliche charakterliche Mängel. Da darf man schon einmal die Frage stellen, ob er überhaupt ein Auto fahren sollte“, überlegt Jürgen Weber, Polizeihauptkommissar, der damals mit den ersten Ermittlungen des Halters beauftragt war. Was bliebe, sei die so genannte medizinisch-psychologische Untersuchung – gemeinhin Idiotentest genannt – des Halters.

Natürlich wird er auch nicht an einem dicken Bußgeld und einigen Punkten in Flensburg vorbeikommen. Aber da er Widerspruch eingelegt hat, wird sich die ganze Sache noch einige Zeit hinziehen. Als nächstes wird es jetzt ein Anhörungsverfahren des Halters geben, das allerdings auch rechtsmittelfähig ist, wie Stadtsprecher Strasen sagte.

Davonkommen wird wohl der Beifahrer. Sein nacktes Hinterteil sorgt zwar immer noch für Unglauben in der Verwaltung, aber Jürgen Weber sagt: „Das ist in der heutigen Zeit gar nicht so ungewöhnlich – und ist auch schon in anderen Städten vorgekommen.“

ms

Quelle: rosenheim24.de

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