Wärme und spezielles Futter - Überlebenskampf bei Nässe und Kälte im Herbst

Unterstützung nur für Igelbabys

Rosenheim/Kolbermoor - Ein nasser und kalter Herbst wird für viele Igel wieder zum Überlebenskampf. Jetzt laufen in der "Hasienda" des Tierschutzvereins Rosenheim in Kolbermoor die Telefone heiß.

Viele Leute finden kleine Igelbabys ohne Mutter und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen.

Tatsache ist, dass allein in Deutschland jährlich 500000 Igel im Straßenverkehr sterben. Ist es da ein Wunder, dass so viele Igelbabys verwaist sind? Igel gehören zwar zu den "besonders geschützen Tierarten", die nicht der Natur entnommen werden dürfen. Der Gesetzgeber erlaubt aber Ausnahmen, ohne die die Igelbabys keine Chance hätten. Kranke Igel und verwaiste Igelbabys brauchen dringend die Hilfe des Menschen.

Eine Futterstelle im Garten hilft nur den erwachsenen Igeln. Babys können aufgrund ihres niedrigen Körpergewichtes bei der herrschenden Kälte nicht fressen. Die Igelbabys verhungern oder sterben an Kreislaufversagen.

Wer also ein verwaistes Igelbaby findet, sollte das Tier sofort in die warme Wohnung nehmen und gegebenenfalls auf eine leicht warme Wärmflasche setzen.

Wenn die Tiere schon selber fressen können, dann sollte man eine Katzenaufzuchtsmilch (Aufzuchtsmilch - keine andere) mit Katzendosenfutter (Geflügel oder Rind) mischen und den Igeln anbieten.

Die Igelbabys brauchen rund fünf Wochen Hilfe. Sie sollten im Haus oder warmen Keller (mindestens 15 Grad) in einem großen Karton mit Schlafhäuschen versorgt und gefüttert werden.

Gesunde Igel müssen und sollten nicht überwintert werden. Mit einem Winterschlafgewicht von mindestens 900 Gramm sollte der Kleine ausgewildert werden - am besten an einem Ort, wo er Unterschlupf und Futter findet für den langen Winter.

Für jeden Igel ist es das schönste, in die Natur entlassen zu werden. Nur ohne Unterstützung haben die ganz jungen Igel meist keine Chance.

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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