Vor Webcam onaniert - Mädchen schaut zu

  • schließen
  • Weitere
    schließen
  • schließen

Oberbayern - Ein vorbestrafter Mann aus dem Landkreis Rosenheim hat über eine Webcam vor einer 13-Jährigen onaniert. Das war aber nicht der einzige Fall:

Der Erfolg der großen sozialen Netzwerke beruht nicht zuletzt darauf, dass deren Nutzer mit Begeisterung Privates preisgeben. Die Polizei möchte aber in diesem Zusammenhang anhand zweier aktueller Fälle vor falschen Freunden und verfehlter Freizügigkeit warnen!

Live-Chat zum Thema Sicherheit im Internet: Montag, 19. 12. 2011, 14 Uhr

Stellen Sie den Experten der Polizei Fragen zu Internet-Kriminalität, Phishing, soziale Netzwerke, etc.!

Fragen für den Chat vorher gerne auch per Email an redaktion@ovb24.de, Betreff: „Polizei-Chat“

In einem Fall war eine 13-jährige Schülerin aus Nordrhein-Westfalen im Juni dieses Jahres über ein soziales Netzwerk mit einem Mann in Kontakt gekommen. Daraus ergab sich im Laufe der Zeit, zumindest aus Sicht des Mädchens, eine regelrechte Beziehung. Ihr Chatpartner hatte sich als 19-jähriges, männliches Model aus reichem Hause ausgegeben und der 13-Jährigen die „große Liebe“ vorgespielt.

Nachdem er ihr Vertrauen erschlichen hatte, forderte er die Schülerin auf, als Liebesbeweis Fotos – darunter auch Nacktfotos – zu übersenden, was das Mädchen letztlich auch tat. Mit der Drohung, die „Beziehung“ zu beenden, gelang es dem Täter sogar, das Opfer dazu zu bewegen, vor laufender Webcam sexuelle Handlungen auszuüben. Als die 13-Jährige über das Netzwerk von dem mutmaßlichen Täter unter einer weiteren falschen Identität sogar aufgefordert wurde 10.000 Euro zu bezahlen, da die Nacktfotos ansonsten im Internet veröffentlicht werden würden, vertraute sie sich ihrer Mutter an. Beide erstatteten dann Anzeige bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen.

Die weiteren Ermittlungen in dieser Sache wurden dann von der Staatsanwaltschaft Traunstein und der Kriminalpolizei Mühldorf geführt. Denn die Ermittlungen ergaben, dass es sich bei dem Chatpartner um einen 20-jährigen Auszubildenden aus dem Landkreis Altötting handelte, der auf die gleiche Art und Weise auch noch zu weiteren junge Frauen im Alter von 14 bis 17 Jahren aus Bayern, Hessen und Sachsen-Anhalt Kontakte aufgenommen hatte. Nach der Durchsuchung der Wohnung konnte auf dem Rechner und anderen Speichermedien des jungen Mannes umfangreiches Beweismaterial gefunden werden.

Die Anzeige gegen den tatverdächtigen 20-Jährigen wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und anderer Delikte wurde der Traunsteiner Staatsanwaltschaft vorgelegt.

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner im Interview:

Lesen Sie auch:

Aigner: "So surfen Sie sicher“

Tipps für sicheres Online-Shopping

Vorsicht, Trojaner!

In einem anderen aktuellen Fall, der von der Rosenheimer Kriminalpolizei nach aufwändigen Ermittlungen jetzt an die Staatsanwaltschaft in Rosenheim abgegeben werden konnte, nahm ein 40-jähriger, einschlägig vorbestrafter Mann aus dem Landkreis Rosenheim über das Chatportal eines Webanbieters Kontakt zu jungen Mädchen auf. Der Tatverdächtige hatte seine Identität dabei mit falschem Alter und einem falschen Foto verschleiert. Er bot den Kindern für sexuelle Handlungen Bargeld an. Glücklicherweise ging keines der Mädchen auf dieses Angebot ein. Bei einem Chat mit einem 13-jährigen Mädchen, bei dem deren beide jüngeren Brüder anwesend waren, onanierte der 40-Jährige vor der Webcam, so dass die Kinder dies beobachten mussten. Die drei Geschwister beendeten von sich aus den Chat.

Nachdem auch in diesem Fall über die Eltern die Anzeige bei der Polizei eingegangen und der Tatverdächtige ermittelt worden war, wurde nach Antrag der Rosenheimer Staatsanwaltschaft vom Ermittlungsrichter ein Haftbefehl gegen den Mann erlassen. Er sitzt nun in einer Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft.

Die Kriminalpolizei rät Kindern, Jugendlichen und deren Eltern für die Nutzung des Internet:

- Fremde Menschen müssen nicht unbedingt diejenigen sein, für die sie sich im Internet ausgeben! Soziale Netzwerke bieten eine perfekte Plattform, um seine wahre Identität zu verschleiern oder zu „schönen“!

- Eltern sollen mit Kindern und Jugendlichen über die möglichen Gefahren sprechen und ihnen das Gefühl vermitteln, für all ihre Probleme jederzeit ein offenes Ohr zu haben!

- Neben Namen, Adressen, Telefonnummern und sonstigen persönlichen Angaben sollen insbesondere auch keine Fotos an Unbekannte weitergegeben werden!

-Online-Verabredungen dürfen von Kindern nur mit Zustimmung der Eltern getroffen werden! Diese sollten nach Möglichkeit dann auch anwesend sein!

Hier finden sie viel Wissenswertes und Tipps zum Thema Medienkompetenz von Kindern.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Netzwelt

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser